Der Balkon – ein wetterfester Außenbereich.

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Balkon
Foto: Wedi

In den warmen Monaten ist der Balkon für viele ein zweites Wohnzimmer. Doch der Balkon kann sich während der kalten Jahreszeit oder bei Regen nicht zurückziehen. Der Schutz muss dementsprechend allen Witterungen trotzen und sollte keinesfalls vernachlässigt werden.

Sommer kann man auf dem Balkon die Sonne genießen oder einen Abend ausklingen lassen. Damit dieser Luxus kein frühzeitiges Ende findet, müssen kleine Mängel und Schäden rechtzeitig erkannt und behoben werden, da sie sich sonst zu einem größeren Problem und Bauschäden aufsummieren können. Dabei darf auch die Brüstung nicht unbeachtet bleiben: Abplatzende Farb- oder Lackschichten können den Anfang des Verfalls signalisieren. Auch Konstruktionsfehler bei Holzbalken können zu Dauernässe führen und Schimmelbefall auslösen. Stahl- und Eisenträger werden durch Rost beschädigt. Eine regelmäßige Wartung ist essentiell, da schon kleine Risse im Belag das Eindringen von Wasser ermöglichen können. In den Wintermonaten können Frostabplatzungen größere Schäden verursachen.

Die Wasserumleitung

Um Wasserschäden zu vermeiden, sollte ein Balkon über ein Gefälle von ungefähr 2 Prozent verfügen. Nur so kann das Wasser schnell genug ablaufen. Hierbei ist vor allem die Schwelle der Balkontür besonders zu beachten, da sie eine Schwachstelle in der Abdichtung darstellen kann. Ist der Übergang zwischen Außen- und Innenbereich nicht durch eine Schwelle geschützt, empfiehlt sich ein Gitter, um Regenwasser abzutransportieren. Dabei verlaufen kleine Wasserschächte unter dem Bodenbelag, die das Wasser in eine Regenrinne abführen. Drainagematten unter dem Belag dienen der sicheren und dauerhaften Wasserabführung und sind besonders für große Flächenabdichtungen geeignet. Bauschutzmatten sind wasserundurchlässig und schützen den Untergrund vor Nässe und Frostschäden. Sie sind einfach zu verlegen und können unter Platten, Holzfliesen, Stellagen und Kies verwendet werden.

Der Balkonbelag

Bei gefliesten Belägen auf dem Balkon, können kleine Rissen entstehen. Um solche Schäden zu reparieren, muss die Stelle lediglich gereinigt und anschließend imprägniert werden. Ohne regelmäßige Wiederholung kann es zu neuen Schäden kommen. Sollten der Boden durch kleine Ausbesserungen nicht mehr zu retten sein, ist eine Komplettsanierung der Fliesen notwendig. Dazu können die alten Fliesen entweder entfernt oder als neuer Untergrund, nachdem sie grundiert wurden, verwendet werden. Entkoppelungsmatten schützen die Fliesen vor dem Untergrund, während ein Profil, das flächenbündig zu den Matten eingebaut wird, Staunässe verhindert. Mit Abdichtband wird an Kanten das Eindringen von Nässe verhindert. Holz sollte durch eine Dauerschutz-Lasur, die bis zu fünf Jahre hält, geschützt werden. Dabei wird nicht nur das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert, sondern auch der Naturton erhalten.

Das Brückenproblem

Bei einem Balkon kann eine sogenannte Wärmebrücke entstehen. Wird eine Balkonplatte in das Mauerwerk eingesetzt und dabei nicht ausreichend isoliert, kann Heizwärme über die Platte entweichen. Die angrenzenden Bauteile kühlen schnell ab und Feuchtigkeit aus der Raumluft kondensiert und bildet dadurch eine hervorragende Grundlage für Schimmelbefall. Die Balkonplatte muss dementsprechend in die Schutzhülle des Hauses einbezogen werden. Eine wasserdichte Dämmung beispielsweise aus Hartschaum empfiehlt sich dafür besonders. Sollte die gesamte Stahlbewehrung des Balkons beschädigt sein, leidet die Statik des gesamten Bauteils darunter und ein genereller Neubau ist zwingend erforderlich. Als Ersatz empfiehlt sich ein vorgestellter Balkon, der entweder auf zwei oder vier Stützen aufliegt und lediglich zur Stabilität in der Außenwand des Hauses verankert wird. Die Gefahr einer Wärmebrücke wird durch diese Bauweise erheblich verringert.

Gläserner Schutz

Befindet sich ein Haus an einer vielbefahrenen Straße, kann der Lärmpegel auf dem heimischen Balkon unerträglich laut werden. Mächte man dieses Problem umgehen, empfiehlt sich eine Verglasung des Balkons. Dadurch kann Lärm, Regen und Wind effektiv abgehalten werden. Trotzdem kann man den Balkon sowie die dahinterliegenden Räume problemlos belüften. Spalten zwischen den Glaselementen gewährleisten eine dauerhafte Luftzirkulation. Zudem lassen sich die einzelnen Elemente verschieben und bequem von der Innenseite reinigen. Insgesamt ein deutlicher Mehrwert.

Balkonverglasung
Die Balkonverglasung schirmt die Wohnräume gegen die Schallbelastung ab. Auch Wind und Wetter stellen keine Unannehmlichkeiten mehr dar. Foto: Solarlux

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