Mein Freund der Baum: Neu verwurzelt.

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Regentonne
Regentonne „Linus 2in1“ bietet für jede Terrasse das passende Modell. Foto: Gärtner von Eden

Zu den Tugenden eines Gartenliebhabers gehört Geduld. Denn Pflanzen brauchen Zeit, um ihre volle Schönheit zu entfalten. Manche nur ein paar Wochen, andere eine Saison, bei Bäumen muss man eher in Jahren oder Jahrzehnten denken. Wer nicht so lange warten möchte, kann sich auch einen alten Baum pflanzen lassen. Alles eine Frage des Aufwands.

Es war einmal eine alte Villa. Herrlicher Jugendstil, Alsternähe, großer Garten, direkt an einem malerischen Kanal gelegen. Und es war einmal ein Apfelbaum. Rund 60 Jahre alt, vorbildlich knorrig gewachsen. Dieser Baum und die schöne alte Villa am Wasser – sie wären das perfekte Paar. Doch zwischen der Jugendstilvilla in Winterhude und dem Apfelbaum im Alten Land lagen etliche Kilometer. Tatsächlich haben der Baum und das Haus jüngst zusammengefunden. Es war tatsächlich der Baum, der seine angestammte Heimat verließ, um ein zweites Leben als dekorative Gartenzier anzutreten.

Pflanzen brauchen Zeit, um ihre volle Schönheit zu entfalten.
Foto: thinkstock

Vor der Zusammenführung lag noch eine Zwischenstation, ein paar Jährchen, in denen der Baum quasi auf sein neues Dasein vorbereitet wurde. Denn das Leben in einem Garten ist für einen Baum ein anderes als das auf einer Obstplantage. So musste der Apfelbaum in die Schule – die Baumschule. Dort genoss er eine erstklassige Erziehung. Dort wurde der Apfelbaum aufgeschult. So nennen es Fachleute, wenn eine Pflanze in der Baumschule eingepflanzt wird, durchwurzelt und regelmäßig fachgerecht geschnitten und gepflegt wird. Zwischen drei und fünf Jahre dauert es in der Regel, bis so aus einem Plantagenbaum ein Gartenbaum geworden ist.

Wie alles begann

Ein Ehepaar erwarb die schöne Jugendstilvilla mit direktem Zugang zum Leinpfadkanal, und nicht nur das Haus, auch der rund 800 Quadratmeter große Garten bedurfte einer grundlegenden Renovierung. Dafür engagierte das Paar mit Christian Bahn einen Gartengestalter, der schon so mancher Hamburger Villa einen neuen grünen Rahmen maßgefertigt hat. Schnell zeigte sich, dass die Dame des Hauses eine sehr konkrete Vorstellung davon hatte, was in ihrem neuen grünen Wohnzimmer wachsen sollte: ein Apfelbaum – und zwar einer, der so aussieht, als hätte er Zeit seines Lebens schon hier gestanden. Doch es ging nicht nur ums Dekorative: Auch der Wunsch nach einer eigenen Ernte spielte eine Rolle bei der Wahl dieses Hausbaumes.

Die Suche

Die traditionsreiche Baumschule Lorenz von Ehren ist eine gute Adresse, wenn es darum geht, die passenden Pflanzen zu ungewöhnlichen Kundenwünschen zu finden. So auch beim Thema Apfelbaum.

Denn das Verpflanzen alter Bäume gehört zwar seit Jahrhunderten zum großen Einmaleins gehobener Gartenbaukunst. Doch sind es nur selten Obstgehölze, die in fortgeschrittenem Alter den Standort wechseln sollen. Entsprechend rar ist das Angebot an solchen Unikaten.

Der Umzugstag

Wer einen normalen Umzug plant, hofft für den Umzugstag auf angenehme Temperaturen und gutes Wetter. Baumumzüge finden dagegen vorzugsweise bei niedrigen Temperaturen und im Spätherbst statt. Denn die Zeit der Vegetationspause ist die beste, um einen Baum aus dem Boden zu holen. Einen ganzen Tag dauerte es, den Apfelbaum mit schwerem Gerät und chirurgischer Präzision aus dem Erdreich zu schälen, dem Wurzelballen seine Schutzhülle aus Vlies anzulegen, den Baum mithilfe von Hebegeschirr und Mobilkran auf einen Tieflader zu verfrachten und dort sicher zu vertäuen.

Die Reise

Nur wenige Kilometer trennen Baumschule und Garten voneinander. Aufgrund seiner Vergangenheit als Plantagenbaum war die Krone des Apfelbaums immer recht kompakt gehalten worden, sodass er von der Wuchsform einem Bonsai ähnelt und der Transport damit weitgehend unproblematisch blieb. Dennoch ist so ein Baumumzug stets eine logistische Herausforderung: Schwertransporter brauchen Platz, die Fracht ist sensibel und häufig auch ausladend. Entsprechend sorgfältig muss die Routenplanung erfolgen.

Je näher alte Heimat und neuer Bestimmungsort zusammenliegen, desto einfacher der Transport.
Je näher alte Heimat und neuer Bestimmungsort zusammenliegen, desto einfacher der Transport. Für die Ladefläche wird der Baum gut verpackt und sicher befestigt. Hilfreich ist es jetzt, wenn die Baumkrone nicht ganz so voluminös ist. Foto: Gärtner von Eden

Am Ziel

Bevor der neue Mitbewohner seinen Platz im Villengarten einen Tag nach der Abreise aus der Baumschule einnehmen konnte, hatte das Team von Christian Bahl das Pflanzloch im Garten am Leinpfadkanal vorbereitet: Satte zwei Meter fünfzig im Durchmesser hatte die Grube, Spezialsubstrat sollte ein schnelles und gutes Anwachsen sicherstellen. Die letzten Meter in den Garten legte der Baum per Spezialkran zurück, für den eigens die Straße gesperrt werden musste. Im Pflanzloch angekommen, wurde der Wurzelballen von seinem schützenden Vlies befreit und standsicher verankert.

Der Baum hat seine neue Heimat erreicht.
Der Baum hat seine neue Heimat erreicht. Gute Erde und eine ausreichende Bewässerung sind die Grundvoraussetzung für das Anwachsen des Baumes.

Der Baum ist angekommen

Den ganzen Winter hindurch hatte der Apfelbaum Zeit, sich an seinem neuen Standort zu akklimatisieren und Wurzeln zu schlagen. Dass ihm dies bestens gelungen und der Umzug spurlos an ihm vorbeigegangen ist, zeigte sich im Frühjahr: Blätter und wenig später auch zahlreiche Blüten zierten jahreszeitengerecht die fachmännisch gestutzte Baumkrone.

Info

GROßE BÄUME – KLEINE AUSWAHL
Anders als beim Kauf junger Obstgehölze, die vor allem spezialisierte Baumschulen in reicher Sortenvielfalt anbieten, kann man bei alten Obstbäumen bei der Sortenwahl nicht unbedingt aus dem Vollen schöpfen. Bäume, die aus dem Erwerbsanbau stammen, gehören in der Regel zu Sorten, die kommerziell gut nutzbar sind. In diesem Fall handelt es sich um ein Exemplar der Sorte Holsteiner Cox. Das ist eine Sorte, die im Norden Deutschlands weit verbreitet ist. Um das Jahr 1900 herum wurde sie in Eutin in Schleswig-Holstein aus dem Sämling eines Cox Orange gezogen. Mit dieser Historie zählt der Holsteiner Cox zu den alten Apfelsorten, seine Früchte erreichen einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern, sind grün-gelb bis rot und schmecken – ähnlich wie die des Cox Orange – aromatisch-würzig säuerlich. -Der Holsteiner Cox ist ein gut lagerfähiger Herbstapfel. Erntereif in der Regel Ende September, schmeckt er am besten ab Mitte Oktober und hält sich bei guten Lagerbedingungen bis weit ins neue Jahr.

REGENWASSER ZUM GIESSEN

Unterirdischer Regenwasser-Flachtank
Der Regenwasser-Spezialist Graf bietet vielfältige Möglichkeiten, Regenwasser zu sammeln. Wenn ohnehin größere Arbeiten im Garten anstehen, liegt der Einbau eines unterirdischen Wassertanks nahe, aber es gibt auch Lösungen ohne den bestehenden Garten zu beeinträchtigen.

Unterirdischer Regenwasser-Flachtank
Unterirdischer Regenwasser-Flachtank. Foto: Gärtner von Eden

Unterirdischer Tank:
Flachtanks aus Kunststoff haben sich wegen des geringen Gewichts, der niedrigen Einbautiefe und des geringen Aushubvolumens zum Selbsteinbau etabliert. Für den Einbau reicht ein Minibagger aus. Noch schonender für den bereits angelegten Garten ist der
Einbau mit „Muskelkraft“. Bei solchen Tanks gilt es auf eine hohe Belastbarkeit, durchdachte Filtertechnik und optimal abgestimmte Zubehörkomponenten zu achten. In der Farbe „Rasengrün“ und flächenbündig zum Gelände fügt sich die begehbare Tankabdeckung harmonisch in den Garten ein und ist kein Hindernis beim Rasenmäher. Schlauch oder Regner werden einfach angeschlossen. Die im Tank integrierte Pumpe schaltet sich bei Bedarf automatisch an

Platin mit Wasserentnahme.
Platin mit Wasserentnahme. Foto: Gärtner von Eden

Oberirdische Speicher: 
Regentonne „Linus 2in1“ ist in über 80 Formen, Farben und Größen erhältlich: zur Speicherung von Regenwasser und mit integrierter Pflanzschale. Die Regetonne „Natura 2in1“ wurde mit dem Red Dot Award ausgezeichnet. Mit Design und Farbe ein schöner Anblick auf der Terrasse  und am Haus. 350 Liter Speichervolumen. Wasser ist über den verchromten Designauslaufhahn entnehmbar. Genauso einfach wie die Wasserentnahme ist der Anschluss des Regenspeichers an das Fallrohr vom Dach. Der einfach und schnell zu installierende „Speedy“ Regensammler hält groben Schmutz zurück und sorgt für einen automatischen Überlaufstopp, wenn der Tank voll ist. In der Frostperiode kann der Zulauf zum Tank gesperrt werden.

DER EXPERTE
Derjenige, der die Ehe zwischen Villa und Apfelbaum stiftete, ist Christian Bahl, Mitglied der Gärtner von Eden aus Kiebitzreihe bei Hamburg und Experte für die stilsichere Neugestaltung von Gärten historischer Häuser. Unter seiner Regie trat der Apfelbaum schließlich die Reise von der Baumschule in den Villengarten an. In der Genossenschaft Gärtner von Eden haben sich rund 50 Top-Gartengestalter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengefunden. Sie eint eine besondere Expertise bei Planung, Anlage und Pflege individueller Privatgärten.

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