Aus einem Kinderzimmer zwei Räume machen, den ungenutzten Dachboden zum Studio umbauen oder den Wunsch nach einem begehbaren Kleiderschrank in die Tat umsetzen – dank durchdachter Trockenbau-Systeme war es noch nie einfacher, Wohnräume zu verwirklichen.

Der Ursprung der Trockenbauweise liegt in den USA. Auf deutschen Baustellen erlebte die verarbeitungsfreundliche Bau- und Modernisierungstechnik in den 70er-Jahren ihren Durchbruch. Durch stetige Weiterentwicklung und immer handlichere Ausbausysteme lassen sich Wohnräume heute in kurzer Zeit den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner anpassen. Vielfach sind Trocken- oder Leichtbauwände auch vom versierten Heimwerker problemlos zu installieren. Und dennoch müssen diese Trennwände wichtige bauliche Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegen die Belastungen des alltäglichen Familienlebens. Auch Brand- und Schallschutz müssen berücksichtigt werden. Vor allem für Schlafräume und Kinderzimmer rückt zudem die Wohngesundheit immer mehr in den Fokus – daher sind ökologische Baumaterialien gefragter denn je. Denn wer baut, möchte am Ende ein gesundes Wohnklima erleben. Und dazu werden entsprechend unbedenkliche Baustoffe benötigt. Umbaumaßnahmen in Bad und Küche erfordern darüber hinaus Materialien, die auch für Feuchträume geeignet sind.

Trockenbau Unterkonstruktionen

Ob Trennwand oder Raumteiler – zunächst wird eine stabile Unterkonstruktion für die Trockenbauplatten benötigt. Oft kommen hierfür unbehandelte Vierkanthölzer zum Einsatz, die auf Maß gesägt und an Wand und Decke verschraubt werden. Diese weitverbreitete Variante einer Unterkonstruktion hat jedoch Nachteile. Denn herkömmliche Vierkanthölzer sind nicht immer schnurgerade und maßgenau. Zudem kommt es vor, dass sich die Holzkonstruktion mit der Zeit verzieht. Türen können dann schwergängig werden und Wände sogar Risse bekommen. Vor allem in gewerblichen Bauobjekten haben sich daher Unterkonstruktionen mit einem Ständerwerk aus Metallprofilen durchgesetzt. Allerdings erfordert die Verarbeitung deutlich mehr Know-how, zudem ist diese Lösung relativ kostenintensiv und wegen des Energieaufwands bei der Produktion der Profile ökologisch nicht optimal.

Trennwände beziehunsgweise Raumteiler, die in Trockenbauweise recht leicht zu errichten sind.
Formschön und funktional zugleich sind Trennwände beziehunsgweise Raumteiler, die in Trockenbauweise recht leicht zu errichten sind. Foto: Erich Spahn

Holzständerwerk

Um Wohngesundheit mit Formstabilität zu kombinieren, hat sich der Trockenbauspezialist Fermacell etwas Besonderes einfallen lassen. Als ökologische Alternative zur Unterkonstruktion aus Metall wurde das Holzständerwerk 3D entwickelt. Der besondere Vorteil der dauerhaft dimensionsstabilen Unterkonstruktion aus hochwertigem Schichtholz: Für Decke, Boden und Wand kann das gleiche Profil eingesetzt werden. Außerdem lassen sich dank der doppelten Nut drei verschiedene Wanddicken mit demselben Ständerwerk realisieren – die Profile werden einfach versetzt angebracht und mit den stabilen Vollholz-Montage-Chips verbunden. Zur weiteren Stabilisierung können die Montage-Chips mit dem ökologisch unbedenklichen greenline Fugenkleber bestrichen werden.

Randdämmstreifen gegen Schallübertragung

Ob Vierkantholz, Metall oder neues Holzständerwerk 3D: Zwischen Unterkonstruktion und Wand, Decke und Boden werden in jedem Fall sogenannte Randdämmstreifen platziert. Das ist wichtig, um der Schallübertragung zwischen den Bauteilen entgegenzuwirken. Erst dann wird die Konstruktion verschraubt. Wenn die Unterkonstruktion fertiggestellt ist, werden im nächsten Schritt die Trockenbauplatten mit Schnellbauschrauben oder Klammern auf dem Ständerwerk angebracht und im Fugenbereich verklebt oder verspachtelt.

Das Ausbau-Set ermöglicht eine schnelle Montage.
Das Ausbau-Set ermöglicht eine schnelle Montage. Foto: Fermacell

Hohe Stabilität: Ein Muss im Trockenbau

Für die bauphysikalischen Eigenschaften der Trennwand ist die Wahl der richtigen Trockenbauplatte entscheidend. Früher wurden häufig Spanplatten eingesetzt, die aber nicht nur wegen der Formaldehyd-Diskussion kaum noch verwendet werden. Denn mit Gipsplatten stehen heute Ausbauplatten zur Verfügung, die allen Ansprüchen an modernen Wohnkomfort mehr als gerecht werden. Allerdings gibt es auch hier Unterschiede. Gipskarton-Platten bestehen aus einem Gipskern mit Kartonummantelung. Gipsfaser-Platten sind, auch wenn die Basiszutaten die gleichen sind, ein anderer Baustoff. Denn die Platten werden aus Gips und recycelten Papierfasern unter starkem Druck zusammengepresst. Durch Zugabe von Wasser reagiert der Gips, durchdringt und umhüllt die Fasern. Das führt zu einer hohen Stabilität.

Foto: Fermacell
Foto: Fermacell

Brandschutz problemlos erfüllen

So kann eine Schraube mit Hohlraumdübel in einer nur 12,5 mm dicken Gipsfaser-Platte bis zu 50 kg Gewicht tragen. Dadurch lassen sich auch Hängeschränke oder Handläufe von Treppengeländern problemlos befestigen. Durch die Stabilität können die Platten zudem bis an den Rand geschraubt oder geklammert werden. Auch moderne Brandschutzanforderungen werden problemlos erfüllt: Bereits mit 10 mm dicken Ausführungen sind Feuerschutzkonstruktionen von F 30 bis F 120 möglich. Die Platten wirken darüber hinaus schalldämmend, verbessern die Raumakustik und regulieren das Wohnklima, da sie überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese bei zu trockener Raumluft wieder abgeben. Die Platten gibt es in diversen Abmessungen bis hin zum handlichen Ein-Mann-Format von 1 x 1,5 m, das sich auch über enge Dachbodentreppen gut von einer Person transportieren und anschließend leicht verarbeiten lässt.

Gute Allrounder, die sogar Schadstoffe binden

Soll nicht nur der Grundriss verändert, sondern auch der Fußboden wohngesund modernisiert werden, empfehlen sich Trockenestrich-Elemente auf Gipsfaser-Basis. Diese werden einfach verlegt und miteinander verklebt. Sie sind bis in die Randbereiche hoch belastbar und machen den Aufbau eines Fußbodens möglich, ohne Feuchte ins Bauwerk zu bringen. Ist der Boden uneben, wird vorher eine Ausgleichsschüttung aufgebracht und eben abgezogen. Für zusätzlichen Schallschutz empfiehlt sich die sogenannte Wabenschüttung, die in der Regel auf Holzbalkendecken eingesetzt wird. Und wenn es um verbesserte Wärmedämmung geht, sind Gipsfaser-Elemente mit aufkaschierten Dämmschichten aus Holzfaser, Mineralwolle oder Schaumkunststoff in verschiedenen Dicken zu haben. Die neueste Generation von Gipsfaser-Platten bindet und neutralisiert sogar Schadstoffe wie Formaldehyd aus der Raumluft. Die greenline Platten von Fermacell sind beidseitig mit einem Wirkstoff auf Keratinbasis versehen, wie er auch in Schafwolle vorkommt. Sie binden dauerhaft Schadstoffe aus der Raumluft und wandeln diese in unschädliche Substanzen um.

Ein Kamin, der in Trockenbauweise optisch hervorgehoben wird.
Immer schick und zeitgemäß: Ein Kamin, der in Trockenbauweise optisch hervorgehoben wird, wertet jeden Wohnraum auf. Foto: Fermacell

Ausbau-Set & mehr Infos:
Für Trockenbau-Profis und Heimwerker gibt es ein komplettes Ausbausystem von Fermacell: Es umfasst neben dem Holzständerwerk 3D auch die Gipsfaser-Platten, stabile Vollholz-Montage-Chips sowie ein abgestimmtes Zubehörprogramm inklusive Randdämmstreifen, Schnellbauschrauben, greenline Fugenkleber und Fugenspachtel. Auf der Internetseite www.ausbau-schlau.de finden sich zudem Inspirationen, weiterführende Info-Broschüren mit detailgenauen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, ein Materialrechner sowie Checklisten zum Herunterladen.

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