Vom mittelalterlichen Bauernhaus in die Moderne.

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Mittelalterliches Bauernhaus.
Foto: Zehnder

Der über 425 Jahre alte Kienzlerhansenhof liegt mitten im idyllischen Schwarzwald. Über zwei Jahre verwandelte ein Stuttgarter Architekturbüro das denkmalgeschützte Bauernhaus in ein innovatives Wohn- und Bürogebäude im Niedrigenergiestandard.

Bei der Modernisierung des Kienzlerhansenhofs war den Architekten Anja Kluge und Ingolf Gössel vom Architekturbüro gk Gössel + Kluge die Verbindung eines so historischen Gebäudes mit modernem Standard in Bezug auf Raumklima, Energieverbrauch und regenerativer Energieversorgung sehr wichtig, ebenso wie die Wohngesundheit. Behutsam verwandelten sie das traditionsreiche Wohn- und Ökonomiegebäude, ein Holzbau in Ständer-Bohlen-Bauweise mit Natursteinanteil, in ein multifunktionales Wohn- und Bürogebäude im Niedrigenergiestandard. Nun verfügt der Kienzlerhansenhof über insgesamt 17 Räume mit einer Fläche von 8 – 37 m² sowie ein ausgebautes Dachgeschoss mit einer Fläche von 220 m². Die beiden Hauptebenen werden für privates Wohnen, Büroarbeit sowie historische Führungen genutzt, das Dachgeschoss dient als grosszügiger Raum für Veranstaltungen. Der Endenergiebedarf nach der Sanierung beträgt nun 19,7 kWh/ (m²a) und entspricht damit dem Energieniveau A+ des Energieausweises für Gebäude. Der Primärenergiebedarf liegt bei 47,3 kWh/(m²a), die energetische Qualität der Gebäudehülle bei 0,49 W/(m²K).

Nach der Sanierung verfügt der Kienzlerhansenhof über insgesamt 17 Räume.
Nach der Sanierung verfügt der Kienzlerhansenhof über insgesamt 17 Räume mit einer Fläche
von acht bis 37 m² sowie ein ausgebautes Dachgeschoss mit einer Fläche von 220 m². Foto: Zehnder

Wenig Wärmeverlust

„Erreicht haben wir dies zum einen durch die prinzipiell hohe Dämmfähigkeit eines wohngesunden Holzbaus“, erläutert Ingo Gössel. Die Maßnahmen umfassten eine hochgedämmte, diffusionsoffene, hinterlüftete Holzfassaden sowie eine Holzfaserdämmung. Die Wände verfürgen über eine hohe Speicherfähigkeit durch die hohe Masse und Dämmfähigkeit der Grundkonstruktion. Die äußerst kompakte Bauweise des Gebäudes bietet ein optimales Verhältnis zwischen Gebäudehüllfläche und Gebäudeinhalt sowie einen günstigen Anteil von Fensterfläche zu geschlossener Wand – was den Energieverlust reduziert.

Angenehme Strahlungswärme

Versorgt wird der Kienzlerhansenhof mit einer erdwärmegekoppelten Wärmepumpe, deren vier Sonden in je 130 Meter tief ins Granit-Deckgebirge reichen. Für die Wärmeverteilung in den Räumen sowie im Dachbereich kommen Niedertemperatur-Heizkörper des Modells „Zehnder Nova Neo“ zum Einsatz. Diese Heizkörperlösung ist speziell für energieeffiziente Niedertemperaturanlagen mit Systemtemperaturen im Bereich zwischen 30 und 45 °C konzipiert und verfügt über einen hohen Anteil an angenehmer Strahlungswärme. „Da Strahlungswärme sehr effizient für behagliches und gesundes Raumklima sorgt, war uns bei der Auswahl der passenden Heizkörper ein hoher Strahlungswärmeanteil sehr wichtig“, erläutert Anja Kluge. „Die installierten Heizkörper erreichen nach unserer Erfahrung physiologisch sehr angenehme Empfindungswerte bereits bei 17 bis 20 °C Raumtemperatur.“ Hinter den dezenten Heizwänden befinden sich zudem ein Wärmetauscher und nach Bedarf zuschaltbare geräuscharme Kleinstventilatoren mit Drei-Stufen-Regelung, die für eine deutlich kürzere Aufheizphase und hohe Wärmeleistung sorgen.

Die Heizkörper ließen sich dezent in das historische Ambiente einfügen.
Die Heizkörper ließen sich dezent in das historische Ambiente einfügen,wie hier in der großen Wohnküche des alten Bauernhauses. Foto: Zehnder

Für besondere Lufthygiene reinigt ein integrierter Filter die durchströmende Luft, wodurch Staubaufwirbelung im Raum und Ablagerungen an den Ventilatoren vermieden werden. Aufgrund ihrer effizienten Wärmeverteilung benötigen die Heizkörper zudem geringere Abmessungen als konventionelle, meist großflächige Niedertemperatur-Heizkörper und verfügen über eine besonders geringe Bautiefe von nur 11,7 Zentimeter. Ebenso erlaubten die Heizkörper durch ihre innovative Konstruktion eine einfache und zeiteffiziente Installation: „Die Montage des Wärmeverteilsystems erfolgte innerhalb von drei Tagen mit zwei Mann“, so Fachhandwerker Hans-Jörg Dieter von der ausführenden Installationsfirma Hans-Jörg Dieter aus Freiburg im Breisgau. „Durch die praktische Befestigung in Form einer Wandschiene sowie der Lieferung in einem Stück ließen sich die Heizkörper ohne Zusammenbauen komfortabel montieren.“„ Neben den technischen Anforderungen, stand bei unserer Auswahl der Heizkörper natürlich auch deren harmonische Integration in den denkmalgeschützten Kontext besonders im Fokus“, so die Architekten Kluge und Gössel. „Die Zehnder Heizkörper ließen sich optimal integrieren, da sie uns eine hohe Flexibilität in der Farbgebung gestatteten. Die ausgewählte Lackierung fügt sich dezent in das historische Ambiente ein. Zudem war das Heizkörpermodell in einer Vielzahl an Größen erhältlich, was die architektonische Eingliederung mühelos gestaltete.“

Umbau-Daten

Projekt: Kienzlerhansenhof, Schönwald (Schwarzwald), Wohn- und Ökonomiegebäude, denkmalgeschützt
Baujahr: 1591
Umbaujahr: 2013 – 2015
Wohn-/Nutzfläche: 570 m² Wohnfläche, 520 m² Nutzfläche
Wärmeerzeuger: Erdwärme-Wärmepumpenanlage
Heizkörpertyp: Zehnder Nova Neo Niedertemperatur-Heizkörper mit integrierten Lüftern und Wärmetauscher
Architekt/Fachplaner: gk Gössel + Kluge. Generalplaner GmbH
Fachhandwerker: Fa. Hans-Jörg Dieter
Hersteller Heizkörper: Zehnder Group Deutschland GmbH

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