Sinnlich & gesund fühlen durch Holz als Baumaterial.

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Wer mit Holz baut und sich mit Holz einrichtet, holt sich ein Stück Natur ins Haus. Das lebendige Bau(m)material tut unserer Seele gut – das spüren wir draußen im Wald und erleben es in den eigenen vier Wänden. Die positive Ausstrahlung hat viele Facetten. Dazu gehört auch, dass der sinnliche Stoff tatsächlich aus der Natur stammt, die wir vor unserem inneren Auge sehen wollen: Aus gesunden, geschützten Wäldern, in denen der Mensch bei der Nutzung der Wälder feste Regeln befolgen muss, damit sich Flora und Fauna frei entfalten können. Die heilenden Kräfte der Bäume und Wälder rühmen kluge Köpfe seit jeher. Erich Kästner gelang dies besonders treffend. Er reimte:

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele um. Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm. Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

Heute will man wissenschaftlich erfassen, wie der Wald gezielt zur Gesundung genutzt werden kann. Kur- und Heilwälder sollen Burn-out-Patienten die Lebensfreude zurückgeben. Und selbst im Kampf gegen Krebszellen können Waldspaziergänge helfen: Laut Studien fördert das Einatmen pflanzeneigener Wirkstoffe (Phytonzide) sowohl die Entstehung verschiedener Anti-Krebs-Proteine als auch die Bildung hoher Mengen natürlicher Killerzellen (NK-Zellen), die als Polizisten des angeborenen Immunsystems Krebszellen aufspüren und eliminieren können. In Japan hat seit einigen Jahren eine neue Therapie-Bewegung Zulauf: „Shinrin Yoku“, zu Deutsch „Waldbaden“. Aber nicht nur in Fernost entstehen Wälder, die der Gesundheit und Erholung gewidmet sind. Seit diesem Jahr gibt es erste zertifizierte Erholungswälder in Deutschland: den Augsburger und den Heidelberger Stadtwald. Die Waldzertifizierungsorganisation PEFC zeichnete sie mit diesem Titel aus, weil das Erholungsangebot und die Infrastruktur modernsten Maßstäben entsprechen und die Forstleute sicherstellen, dass die Holzernte nicht den Freizeitwert und die natürlichen Funktionen des Waldes mindert.

Zertifizierte Produkte kaufen

Die Non-Profit-Organisation PEFC sorgt auch sonst für ein ungetrübtes Verhältnis der Menschen zu Wald und Holz. Unter Einbindung aller am Wald interessierten Gruppen hat sie bereits in 36 Ländern ein wirksames Instrumentarium aufgestellt, um die weltweite Waldvernichtung zu stoppen. Holz und Holzprodukte aus PEFC-kontrollierten Wäldern erhalten das PEFC-Siegel. Beim Kauf von Parkett, Möbeln, Küchen und vielem mehr gibt es Verbrauchern die Sicherheit einer nachhaltigen Herkunft. Der „ethische Einkauf“ der sich mit dem grünen Lebensstil immer weiter verbreitet, wirkt sich wiederum positiv auf die Psyche aus: Verantwortungsvoll eingekaufte Holzfenster und -türen strahlen nicht nur – wie jedes Holz – Wärme und Sinnlichkeit aus. Sie stärken auch unser Selbstwertgefühl als „Waldretter“. So wie Mediziner inzwischen gesundheitliche Effekte im Wald beschreiben können, so können sie auch die Wirkung des Holzes in Innenräumen messen. Eine österreichische Studie konnte zum Beispiel belegen, dass Räume, die mit Zirbelkiefer verkleidet waren, Kreislauf, Schlaf und allgemeines Befinden positiv beeinflussen. Der „Wohlfühlfaktor Holz“ liegt also in beidem begründet: in der Stärkung des Immun- sowie Herz-Kreislauf-Systems durch natürliche Stimulanzien und in der Gesundung unserer Psyche durch die Empfindung und Gewissheit heiler Natur.

Wer mit Holz baut und sich mit Holz einrichtet, holt sich ein Stück Natur ins Haus.
Foto: PEFC
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