Zukunft? Bestand! Energiesparen bei alten Häusern.

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Gebäude aus dem Jahr 1962 wurde zu einem Plus-Energiehaus umgewandelt.
Dieses Gebäude aus dem Jahr 1962 wurde zu einem Plus-Energiehaus umgewandelt. Foto: RWE Zukunftshaus/Rockwool

Aus jedem Haus kann ein Energiesparhaus werden. So lautete die These eines Interessenverbundes, der als Beweis ein Gebäude aus dem Jahr 1962 zum Plus- Energiehaus umwandelte. Wir zeigen die Dacharbeiten.

Die Baustelle nahe der Bottroper Innenstadt wurde unter Federführung der RWE Effizienz GmbH in Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen der Baustoffbranche wie beispielsweise die Deutsche Rockwool durchgeführt. Um die Modernisierung des rund 220 Quadratmeter großen Schrägdaches des Einfamilienmusterhauses kümmerte sich Dachdeckermeister Olaf Herz aus Gelsenkirchen. „Vom alten Dachstuhl blieben nur einige Sparren stehen, einige haben wir erneuert. Die alte Dacheindeckung und die minimale Dämmung darunter wurden vollständig entfernt. Auf der Süd/Südwest-Seite des Daches wurden alle Gauben abgebaut. Hier haben wir eine in die Dachfläche integrierte Photovoltaik-Anlage mit eingebundenen Dachfenstern montiert. Mit einer Dämmung konnten wir das Haus fit für die Zukunft machen“, erklärt Fachmann Herz.

Mit System

Als Dämmung wurde das „Meisterdach“-Schrägdachsystem von Rockwool eingesetzt. „Etwas vereinfacht ausgedrückt besteht dieses System aus drei Hauptkomponenten: Zunächst wurde zwischen den Sparren ein 140 mm dicker Klemmfilz aus nicht brennbarer Steinwolle eingebaut. Über Sparren und Dämmung wurde dann eine Luftdichtungsbahn verlegt und darauf eine besonders dicke Aufsparrendämmung“, so Olaf Herz. Vom Hersteller empfohlen wird für das System die „Rockfol MEDI“ – eine Dichtungsbahn, die mit einem sd-Wert von 0,5 m genau die bauphysikalischen Eigenschaften aufweist, die ihren Einsatz über den Sparren und der Zwischensparrendämmung gestattet. Gleichzeitig funktionierte die Folie als Witterungsschutz in der Bauphase. Endgültig zum regensicheren Behelfsdach wurde die Konstruktion durch die großformatigen, hoch verdichteten „Masterrock 035“ – Aufsparrendämmplatten, die auf die Luftdichtungsbahn verlegt wurden. Diese in hohem Maße wärme- und schalldämmenden Platten sind wie die Steinwolle zwischen den Sparren nicht brennbar. Zusätzlich verfügen sie über eine Wasserableitende, aufkaschierte Unterdeckbahn, die über Selbstklebestreifen schnell zu einer dichten Folienlage verbunden wird. Entsprechend „entspannt“ und wetterunabhängig konnte die Befestigung der Konter- und Eindecklattung für die Dachziegel auf der Unterdeckbahn erfolgen.

Blower-Door-Test

„Die 200 mm dicke Aufsparrendämmung und die 140 mm Steinwolle zwischen den Sparren gehören der Wärmeleitgruppe 035 an und schützen vor Wärmeverlusten im Winter und vor überhitzten Dachräumen im Sommer“, erklärt Olaf Herz. „Entscheidend dafür ist allerdings die vollständig luftdichte Konstruktion des neuen Dachaufbaus. Um dies zu erreichen, haben wir das Mauerwerk soweit geglättet und aufgeputzt, dass wir eine durchgehende Verklebung der Luftdichtungsbahn mit dem Mauerwerk herstellen konnten.“ Nach der Verlegung der Luftdichtbahn ließ Herz einen Blower-Door-Test durchführen, mit dem die Luftdichtheit des Schrägdachs auch an den Anschlussbereichen nachgewiesen werden konnte – mit Erfolg.

Mehr Infos: 
Im sanierten Modellhaus wird nach Einschätzung von Experten zukünftig 90 Prozent Energie eingespart. Nähere Informationen zum RWE Zukunftshaus sowie ein Bautagebuch gibt es unter www.energiewelt.de/zukunftshaus. Details zu den eingesetzten Technologien in allen Zukunftshäusern in Bottrop beschreibt diese Internetseite: www.zukunftshaus.org.

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