Solar-Update: Umrüstung auf solare Heizungsunterstützung.

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Umrüstung auf Solaranlagen.
Foto: Junkers

Die Solaranlage von Familie Müller produzierte mehr Warmwasser als benötigt wurde. Deshalb sollte nun auch die Heizung von sauberer Sonnenenergie profitieren.

Familie Müller bewohnt ein 120 Quadratmeter großes Einfamilienhaus im sächsischen Gornau, Baujahr 1995. Auf den ersten Blick gab es keinen Grund, an der Heizungsanlage etwas zu ändern. Das Gas-Brennwertgerät arbeitete seit vier Jahren effizient, umweltschonend und zuverlässig. Vier Solarkollektoren auf dem nach Süden ausgerichteten Dach sammelten Sonnenenergie zur solaren Warmwasserbereitung. Auf den zweiten Blick stellte sich die Situation allerdings anders dar: Zwei der drei Kinder von Annett und Torsten Müller zogen aus. Die Folge: Plötzlich gab es einen deutlichen Überschuss an solar erzeugtem Warmwasser.

Sonnenenergie effizienter nutzen
„Die Sonne stellt zwar keine Rechnung, allerdings hat niemand etwas davon, wenn ein Großteil des Solarertrags ungenutzt bleibt“, sagt Torsten Müller. Er nahm deshalb Kontakt auf zum Hersteller seines Wärmeerzeugers. Dieser empfahl ihm die „Cerapur Solar“. Mit diesem Gas-Brennwertgerät lassen sich Energiegewinne aus thermischen Solaranlagen ohne planerischen und regelungstechnischen Aufwand auch zur Heizungsunterstützung einbinden. Für Familie Müller die perfekte Lösung. Als versierter Handwerker hat Müller die Heizung selbst installiert – und war begeistert vom durchdachten Anlagenkonzept. Sämtliche Bauteile für Hydraulik und Elektronik sind bereits im Gerät integriert. Zudem kamen die kompakten Abmessungen den örtlichen Gegebenheiten sehr entgegen, denn die Heizungsanlage ist in einem nur drei Quadratmeter großen Raum direkt unter dem Dach untergebracht. Für einen zusätzlichen Pufferspeicher wäre hier kein Platz mehr gewesen. Dank der Flexibilität des neuen Wärmeerzeugers konnte der vorhandene Warmwasserspeicher weiterhin genutzt werden – als Pufferspeicher.

Das schmucke Einfamilienhaus nutzt die Kraft der Sonne zur Warmwasserbereitung und zur Heizungs- unterstützung. Foto: Junker
Das schmucke Einfamilienhaus nutzt die Kraft der Sonne zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung. Foto: Junkers

In jeder Situation die richtige Antwort
Dieser wird ausschließlich über die eingebundenen Solarkollektoren versorgt. Das Besondere: Es gibt kein Bereitschaftsvolumen, das durch das Gas-Brennwertgerät ständig auf Temperatur gehalten werden müsste. Die Beheizung der Anlage über den Kessel erfolgt nur im Bedarfsfall – Energieverluste werden so minimiert. Bei zu hohen Temperaturen im Pufferspeicher wird auf die geforderte Vorlauftemperatur heruntergemischt, bei zu niedriger Puffertemperatur dagegen der Speicher umgangen. Im Temperaturbereich dazwischen ist die Regelung so optimiert, dass eine konstante Vorlauftemperatur gewährleistet ist. Die im Gerät integrierte Frischwasserstation bietet einen hohen Warmwasserkomfort von zwölf Litern pro Minute im hygienischen Durchlaufprinzip. Eine integrierte Brennwertwärmezelle stellt die zusätzliche Leistung zur Verfügung, die benötigt wird, um den Warmwasserbedarf oder den aktuellen Heizwärmebedarf zu decken.

Mit der neuen Gerätetechnik konnten Anlagenplanung, Installation und Inbetriebnahme auf ein Minimum reduziert werden. Foto: Junker
Mit der neuen Gerätetechnik konnten Anlagenplanung, Installation und Inbetriebnahme auf ein Minimum reduziert werden. Foto: Junkers

Effizienter geht’s kaum
Weil eine Warmhaltung des Pufferspeichers vermieden wird, erreicht die Anlage eine bis zu 30 Prozent höhere Systemeffizienz im Vergleich zu konventionellen Brennwert-Solar-Kombinationen. Das hat das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) bestätigt. Für die Müllers macht sich das bemerkbar durch den deutlich verringerten Gas-Verbrauch. Dazu kommt moderne Pumpentechnik mit einer serienmäßig eingebauten drehzahlgeregelten Heizungspumpe der Energieeffizienzklasse A. Sie sorgt dafür, dass im Vergleich zu ungeregelten Heizungspumpen zusätzlich bis zu 70 Prozent an Hilfsenergie eingespart werden. So groß die Herausforderung zunächst schien, so begeistert ist Familie Müller in der Zwischenzeit von seiner neuen Heizungsanlage. Torsten Müller: „Der Aufwand zur Umrüstung war minimal und wir heizen nun noch effizienter. Genau das wollten wir erreichen.“ Also alles richtig gemacht – davon sind die Haus-besitzer überzeugt.

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Wenig Raum, optimal genutzt: Der vorhandene 400-Liter-Warm- wasserspeicher dient nun als Pufferspeicher. Foto: Junkers
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