Hybridheizungen: Im Team effizienter.

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Grafik: IWO/CPZ
Grafik: IWO/CPZ

Die Kombination von zwei oder mehr Wärmequellen in einem Heizsystem ist inzwischen gängige Praxis – und notwendig für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien.

Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft – auch bei der Heizung. Nur haben sie einen entscheidenden Nachteil: Ihre Leistungen schwanken je nach Witterung, Tages- und Jahreszeit. Deshalb benötigt man eine zweite Wärmequelle, die auf Abruf sofort einspringen kann. Schon vor mehr als 30 Jahren fanden die Solarpioniere dafür eine Lösung: Die Kombination von Solarthermie und Gas-Brennwertkessel, eine Teamarbeit, die sich bis heute bestens bewährt hat. Neben dem gemischten Doppel von Gas und Sonne findet man heute zahlreiche weitere Hybride. Es gibt Kombinationen aus Solarthermie und Wärmepumpen, Duos aus Lüftungsgeräten und Wärmepumpe, Solarthermie und Holzpelletkessel, Mikro-Blockheizkraftwerk und Gas-Brennwerttechnik oder Brennwertkessel mit einem wasserführenden Kaminofen. Werden zwei Quellen gekoppelt, nennt man die Heiztechnik „bivalent“, ein Team aus drei Quellen bezeichnet man als „trivalent“. Ein einzelner Wärmeerzeuger arbeitet „monovalent“. Werden zwei oder drei Techniken mit derselben Energieform betrieben, wie etwa die Wärmepumpe und ein Lüftungsgerät mit Strom, heißt das betreffende System „monoenergetisch“. Welche Kombination man auch wählt – wichtig ist, das sie zum Haus passt und dass die Komponenten sich ergänzen, ihre Schwächen ausgleichen und ihre Stärken vereinen können.

Das kompakte Wand-gerät kombiniert ein effizientes Brennwert- gerät mit einer leistungsfähigen Luft/Wasser-Wärmepumpe. Foto: Junkers
Das kompakte Wand-gerät kombiniert ein effizientes Brennwertgerät mit einer leistungsfähigen Luft/Wasser-Wärmepumpe. Foto: Junkers

Intelligent eingelagert

Die Solarpioniere haben schnell gemerkt, dass das Geheimnis hoher Effizienz einer Hybridanlage in der intelligenten Einlagerung der Wärme liegt. Anfangs wurde viel Energie vergeudet, nicht nur durch mangelhafte Wärmeisolierung des Pufferspeichers, der Armaturen und Leitungen, sondern durch Verwirbelungen des Wassers. Optimal für die Nutzung ist eine natürliche Schichtung der Temperaturen: oben das bis zu 80 Grad heiße Wasser für Trinkwassererzeugung und Legionellenschutz, darunter die mittleren Temperaturen für die Heizkörper und weiter unten milde 35 bis 40 Grad für die Fußbodenheizung. Wird diese Schichtung zerstört, wird der Speicherinhalt lauwarm und damit weitgehend unbrauchbar. Die Lösung besteht in einem beruhigten Zustrom sowie in einer „etagenweise“ Einlagerung des Wassers, je nach Temperatur. Das 80 Grad heiße Wasser aus dem Pellet- oder Gaskessel wird oben eingeleitet und wenn die Solaranlage gerade nur 50 Grad liefern kann, strömt die Solarwärme eben direkt in die mittlere Etage. Man sollte aber nicht nur auf moderne Speichertechnik achten, sondern auch auf die Größe des Speichers. Ein auf 85 Grad aufgeheizter 800-Liter-Speicher beispielsweise enthält nach Angaben des VdZ, dem „Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik e.V.“, abrufbare 43 Kilowattstunden, mit denen Gebäude und Bewohner zwei Tage lang mit Heizwärme und Warmwasser versorgt werden können. Mehr Volumen im Puffer aber kommt trägeren Heizquellen ent-gegen, dazu verringern sich die Speicherverluste weiter.

Vorrang für die Erneuerbaren

Die Regelung muss so eingestellt werden können, dass sie den erneuerbaren Energien im System den Vorzug gibt. Bevor zum Beispiel der Gas-Brenner im Team gestartet wird, wird zunächst das Optimum aus Sonne, Außenluft, Erdboden oder Grundwasser geholt. Solch eine Betriebsweise ist zugleich die wirtschaftlichere. Vom Experimentieren mit neuen Zusammenstellungen in Eigenleistung wird allgemein abgeraten. Dieses Hobby bleibt Installateuren vorbehalten, deren Heizungskeller oder Technikräume ja oft Leistungsschauen der Branche sind. Viele Kombinationen sind sowieso als Units zu bekommen, in einem platzsparenden Gehäuse oder als eine im Werk vorbereitete Einheit, die mit ein paar Steckverbindungen montiert wird.

Info-Tipp

Der von den Verbraucherzentralen herausgegebene Band „Heizung und Warmwasser – Moderne Heiztechnik mit Sonnen- en-ergie, Holz & Co“ beleuchtet das ganze Spektrum moderner Wärmeerzeugung. Es werden nicht nur die einzelnen Heiztechniken vorgestellt, sondern auch Kombinationen verschiedener Wärmeerzeuger beschrieben inklusive ihrer CO2-Bilanzen und Betriebskosten. 13. Auflage, 208 Seiten, für 9,90 Euro erhältlich in den ört- lichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW.
Zu bestellen (+2,50 Euro Porto und Versand) im Internet unter www.vz-nrw.de/shop, telefonisch unter 02 11/38 09-555 oder per E-Mail: ratgeber@vz-nrw.de.

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