Klug saniert: Pelletheizung im Altbau.

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Altbau saniert mit Pelletheizung
Foto: Ökofen

Mit einer Pellet-Brennwertheizung und einer Solaranlage konnten die Eigentümer den Primärenergiebedarf ihres 60 Jahre alten Eigenheims um ganze 95 Prozent senken.

Auf einem idyllischen Grundstück südlich von Stuttgart liegt das 1953 erbaute und 2008 rundum sanierte Haus von Sandra Herkert und Frederik Maier. Die Architektin und der Elektroingenieur verwandelten die vermeintliche Abbruchimmobilie in ein modernes, energieeffizientes Eigenheim mit 210 m² Wohnfläche. Der Umbau trägt die Handschrift von Sandra Herkert: Mit viel Liebe und Know-how realisierte sie zusammen mit ihrem Mann ihren Traum vom Eigenheim. Durch das Entfernen von Zwischenwänden eröffnet sich im einst eng geschnittenen Erdgeschoss ein heller Wohn-Essraum-Bereich mit Warmluftkamin als Raumteiler, dessen eingebundene Stahlstützen Teile der Deckenlast abfangen. Unter dem Eichenparkett verbirgt sich eine Fußbodenheizung.

Die Auswahl des Heizsystems

Abgerundet wird das Sanierungskonzept durch eine optimale Dämmung der Gebäudehülle und des Dachstuhls nach KfW-70-Standard sowie durch ein Pelletheizsystem mit Pufferspeicher und Solarkollektoren. „Eine Gasheizung war aus Kostengründen zwar interessant, ein Anschluss stand aber nicht zur Verfügung.“ Zur Diskussion standen auch der Einsatz einer Luft-Wärmepumpe oder eine Erdwärmenutzung. „Die Luft/Wasser-Wärmepumpe haben wir jedoch aufgrund ihres problematischen Wirkungsgrades bei niedrigen Außentemperaturen verworfen. Eine Erdwärmenutzung schlossen wir wegen der hohen Kosten so- wie der teilweise negativen Langzeit- Erfahrungsberichte aus.“ Die Kombination aus Sonnenkollektoren, Pelletheizung, Kaminofen und Niedertemperatur-Flächenheizung, bestehend aus Fußboden- und Wandheizung, erschien den Bauherren letztlich als die wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung.

Brennwerttechnik spart zusätzlich

Die Wahl fiel auf einen 15-kW-Pelletkessel mit Brennwerttechnik inklusive automatischer Ascheaustragung von Ökofen sowie einen 1.000-Liter-Pufferspeicher und 15 m² Indachflachkollektoren. Wegen der Niedertemperatur-Flächenheizung bot sich der Einsatz der Pellet-Brennwerttechnik an, die zusätz- liche Einsparungen von bis zu 12 Prozent ermöglicht. „Der Brennwertkessel funktioniert in Verbindung mit unserer Fußbodenheizung sehr gut, da sie mit einer Rücklauftemperatur von ca. 25 °C betrieben wird und damit ein ausreichendes Temperaturgefälle zur Verfügung steht“, so Maier. Bei der Brennwerttechnik entzieht ein Wärmetauscher dem Abgas mittels Kondensation die Wärme und führt diese dem Heizungsrücklauf zu. Damit dies physikalisch ablaufen kann, sind Rückläufe unterhalb 30 bis 40 °C notwendig. Als Pelletlager ist ein Gewebetank mit einer Kapazität von sechs Tonnen im Einsatz. „Wir haben das Silo im ehemaligen Heizungskeller aufgestellt. Die Heizung selbst wurde im angrenzenden Raum installiert, sodass die Pellets mit einer Förderschnecke auf kürzestem Weg zum Kessel transportiert werden“, erklärt Sandra Herkert.

Alles richtig gemacht

Nach fünf Jahren fällt das Resümee der Eigentümer sehr positiv aus: „Die Anlage wurde Ende 2008 in Betrieb genommen und wir haben bisher zwei Wartungen durchführen lassen. Trotz der längeren Wartungsintervalle wurde uns ein sehr guter Zustand des Pelletheizsystems testiert. Vor allem die Kombination mit den Kollektoren und dem Pufferspeicher funktioniert bestens. In einem durchschnittlichen Jahr können wir die Heizung sechs Monate ganz ausschalten. Dann übernehmen die Sonnenkollektoren die Warmwasserbereitstellung.“ Auch die niedrigen Heizkosten überzeugen: „In unserem 2-Personen-Haushalt beträgt der jährliche Pelletverbrauch ca. 2,2 Tonnen. Das entspricht Heizkosten von derzeit etwa 600 Euro.“ Es lohnt sich also nachhaltig, auf Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit zu setzen.

Mit einem speziellen 3D-Raumplaner des Heizungsherstellers wurde der Heizungskeller vorab genau geplant. Oköfen
Mit einem speziellen 3D-Raumplaner des Heizungsherstellers wurde der Heizungskeller vorab genau geplant. Foto: Ökofen
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