So heizen Sie richtig mit Holz.

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Scheitholzkessel sind richtig, wo die Heizlast größer ist, etwa in Mehrfamilienhäusern.
Scheitholzkessel sind richtig, wo die Heizlast größer ist, etwa in Mehrfamilienhäusern: dieser leistet zwischen 23 und 30 Kilowatt. Foto: Wolf

Auch im modernen Einfamilienhaus mit seinem bescheidenen Wärmebedarf macht das Heizen mit Holz Sinn. Kessel beziehungsweise Ofen sollten aber kleiner ausfallen.

Immer die gleiche Geschichte – kaum in ihr modernes Haus eingezogen, merken die frischgebackenen Besitzer, dass sie etwas vermissen. Den Ofen im Wohnzimmer, mit Glastür, der den Blick auf die Flamme freigibt. Also wird ein Plätzchen gesucht, wird die Wand angebohrt, um das Abgasrohr nach draußen führen zu können. Baulich kein Problem, wenn es richtig ausgeführt wird.

Elektro-Motorsäge mit rutschfestem Griff, Handschutz und Kettenbremse.
Holz machen, aber sicher: Elektro-Motorsäge mit rutschfestem Griff, Handschutz und Kettenbremse. Foto: Dolmar

CO2-neutral

Das kann man indes alles wesentlich einfacher und mit weniger Aufwand haben, indem man gleich von Anfang an die Holzheizung mit einplant. Sie hat als Alternative zur Gas- Brennwertheizung und zur Wärmepumpe besondere ökologische und ökonomische Qualitäten. Ihr Brennstoff ist relativ günstig zu haben, er kommt in der Regel aus der Region oder zumindest aus dem Inland. Außerdem ist das Verfeuern „CO2- neutral“: Ob Holz in den Ofen wandert oder verrottet, es setzt die gleiche Menge des Klimagases Kohlendioxid frei, die Menge, die es im Laufe seines Wachstums aufgenommen hat. Die Technik ist je nach Gerät teurer als ein Gas-Brennwertkessel, doch die Betriebskosten sind geringer.

Förderfähig: Der Partikelabscheider ionisiert die Staubteilchen im Abgasstrom, sodass sie sich an der Rohrwandung anlagern
Förderfähig: Der Partikelabscheider ionisiert die Staubteilchen im Abgasstrom, sodass sie sich an der Rohrwandung anlagern.Foto: Kutzner + Weber

Feindosierung

Man hat die Wahl zwischen den Stückholz- und den Pelletheizungen. Pellets, stäbchenförmige Presslinge aus Holzmehl, sind anders als die Scheite ein überraschungsfreier Brennstoff, an dem fast alles genormt ist: die Größe, der Wassergehalt, der Gehalt an Fremdstoffen, die Menge an Asche, die am Ende übrig bleibt. Während man Kaminöfen, Kachelöfen oder Kessel für Stückholz von Hand beschicken muss, und das bei großem Wärmebedarf auch mehrmals am Tag, holen sich Pelleteinzelöfen für den Wohnraum oder Kessel ihren Nachschub selber, aus Vorratsbehälter oder Lager, per Förderschnecke oder Saugschlauch. Wenn nötig auch in kleinsten Portionen, weswegen sie, im Gegensatz zum Stückholzbrenner, Wärme auch ohne besondere Effizienzeinbüßen in kleinen Dosen liefern können – in einem Neubau mit seinem guten Wärmeschutz und seiner geringen Heizlast ein unschätzbarer Vorteil. Ein Pufferspeicher darf dennoch nicht fehlen.

Holzheizungen müssen gemäß Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) strenge Grenzwerte einhalten, dürfen höchstens 0,02 Gramm Feinstaub und höchstens 0,4 Gramm Kohlendioxid pro Kubikmeter Abgas ausstoßen. Vollautomatische Pelletkessel können diese Werte leicht unterbieten. Foto: Vaillant
Holzheizungen müssen gemäß Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) strenge Grenzwerte einhalten, dürfen höchstens 0,02 Gramm Feinstaub und höchstens 0,4 Gramm Kohlendioxid pro Kubikmeter Abgas ausstoßen. Vollautomatische Pelletkessel können diese Werte leicht unterbieten. Foto: Vaillant

Solarunterstützung

Kamin- und Kachelöfen versorgen mit ihrer Strahlungswärme alles, was sich in Sichtweite befindet. Mit einer Wassertasche versehen und an Pufferspeicher und Verteilsystem angeschlossen, können sie aber darüber hinaus im Einfamilienhaus als Zentralheizung fungieren. Sie sollten dann allerdings den Großteil ihrer Wärmeproduktion an den Speicher abgeben können, sonst können sie schnell den Raum in eine Sauna verwandeln,nicht nur im Sommer. Optimal ist die Kombination mit einer Anlage zur solaren Wärmegewinnung, die in den hellen Monaten die Warmwasserbereitung allein übernehmen kann.

In den Sommermonaten kommt hier die Wärme aus den Vakuumröhren- Kollektoren, der Ofen bleibt kalt.
In den Sommermonaten kommt hier die Wärme aus den Vakuumröhren- Kollektoren, der Ofen bleibt kalt. Foto: Paradigma

Elektronische Regelung

Handarbeit in allen Ehren, doch es sind vor allem die Fehler bei der Bedienung alter oder billiger Kaminöfen, die zu verstärkter Belastung der Luft geführt haben. Nasses Holz wird verwendet, der Brennraum wird zu reichlich bestückt, die Luftzufuhr wird zum falschen Zeitpunkt gedrosselt, und das Resultat sind erhöhte Schadstoffemissionen: Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx), Feinstaub und die ebenfalls krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) werden freigesetzt. Mit modernen Aggregaten mit elektronisch überwachter Verbrennung, ob für den Keller oder den Wohnraum, sollte das jedoch nicht passieren.

Stammt die Wärme aus mehreren Quellen, braucht es einen speziellen Pufferspeicher im Keller.
Stammt die Wärme aus mehreren Quellen, braucht es einen speziellen Pufferspeicher im Keller, der sie auch parallel verlustarm einlagern kann. Foto: Ratiotherm

Info-Adressen

Holzvergaserkessel, mit autom. Reinigung und Entaschung – 4.000 bis 8.000 , mit Speicher 8.000 bis 15.000
Pellet-Einzelofen (zur Aufstellung im Wohnbereich) – ab 2.000
Pellet-Zentralheizung, vollautomatisch, mit Beschickungsvorrichtung und Lager – 12.000 bis 15.000
Holzpellet-Kessel mit Beschickungsvorrichtung, Lager und Solaranlage – ab 20.000

Planung: Wärmespeicher: Pufferspeicher mit 55 l pro kW Kesselleistung dimensionieren; falls Solareinbindung, Schichtladespeicher wählen; mit einem Niedertemperatur-Wärmeverteilsystem (z. B. Flächenheizung) reicht der Speicherinhalt weiter.
Auswahl: Adressen von Kesselherstellern:„Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk“; Öko-Institut Freiburg für besonders wirtschaftlich und umweltfreundlich befundene Pelletöfen und Pelletkessel
Förderung: Holzheizungen werden im Neubau nicht eigens gefördert. Da sie aber den CO2-Ausstoß des Gebäudes verringern, können sie helfen, die Förderbedingungen der KfW zu erfüllen. Zur Verbesserung der Abgaswerte kann man einen Partikelabscheider ins Abgasrohr integrieren lassen. Er sorgt durch Anlegen einer elektrischen Spannung dafür, dass die Staubteilchen sich negativ aufladen und sich an der Stahlwandung des Abgasrohres festsetzen. Wer einen solchen Hightech-Feinstaubfänger einsetzt, der darf mit einer Innovations-Förderung vom BAFA rechnen, dem „Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.“

 

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