Mehr Wärmekomfort durch intelligentes heizen.

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Wenn „smarte“ Haustechnik das Heizsystem steuert, können sich die Hausbewohner über ganz individuellen Wärmekomfort und niedrigere Heizkosten freuen.
Foto: Honeywell

Wenn „smarte“ Haustechnik das Heizsystem steuert, können sich die Hausbewohner über ganz individuellen Wärmekomfort und niedrigere Heizkosten freuen.

In Millionen von Haushalten in Deutschland spult die Heizung ihr normales Tag-Programm ab – obwohl die Eltern im Büro und die Kinder in der Schule sind. Und in der Gästetoilette bullert der Heizkörper, weil das Fenster auf Kipp steht und niemand es merkt. Allein durch Gedankenlosigkeit verbrauchen wir zu Hause mehr Energie als nötig.

Automatisch richtig temperiert

Die einfachste und preiswerteste Möglichkeit, seine Räume nach individuellen Bedürfnissen zu beheizen, ist ein System zur Einzelraum-Regelung. Dazu ist lediglich ein Austausch der herkömmlichen Heizkörper-Thermostate gegen elektronisch programmierbare Funk-Stellantriebe nötig. Diese erlauben es, für jeden Raum bedarfsgerechte Heizzeiten und Temperaturen einzugeben. Wer‘s komfortabler mag, wählt Funkthermostate, die drahtlos durch eine zentrale Bedieneinheit gesteuert werden, entweder einzeln oder in Temperaturzonen zusammengefasst. Die meisten Funksysteme integrieren weitere sinnvolle Komponenten, etwa eine „Fenster-offen“-Erkennung. Trifft kalte Luft auf den Regler oder signalisieren Sensoren an den Fenstergriffen, dass diese geöffnet sind, stoppt der Heizwasserzufluss für eine bestimmte Zeit. Je nach System ist die Steuerung mithilfe spezieller Apps auch von Ferne übers Smartphone oder ein Tablet möglich. Durch kluges Heizen kann ein Haushalt Untersuchungen zufolge zwischen 20 und 30 Prozent an Heizkosten sparen. Der Clou eines erfolgreichen Energiemanagements ist jedoch die Integration weiterer technischer Komponenten in ein intelligentes System.

Der Raumregler „Control CT 100“ ist WLAN-fähig und bindet auch Wetterdaten aus dem Internet in die Regelungslogik ein.
Der Raumregler „Control CT 100“ ist WLAN-fähig und bindet auch Wetterdaten aus dem Internet in die Regelungslogik ein. Zudem lässt er sich in ein marktgängiges Smarthome-System integrieren. Foto: Junkers

Leichter Einstieg in die intelligente Hausvernetzung

Mit dem Aufkommen internetbasierter Systeme findet die Smarthome-Technik ein immer breiteres Interesse. Starter-Pakete samt Gateway, drahtlos kommunizierenden Schaltern, Thermostaten und weiteren Komponenten sind schon für wenige hundert Euro zu haben. Ein Router stellt die Verbindung zum Server des Anbieters her, der die Rechenarbeit leistet. Bedient werden können die passwortgeschützten Systeme mittels einer App von überall aus, per Laptop, Tablet oder Smartphone. Auch die Heiztechnik-Hersteller haben die Zeichen der Zeit erkannt: Immer mehr Heizkessel werden ab Werk internetfähig ausgeliefert und integrierbar in kompatible Systeme.

Diese Smarthome-Komponenten für den effizienten Energieverbrauch funktionieren ohne Batterien.
Diese Smarthome-Komponenten für den effizienten Energieverbrauch funktionieren ohne Batterien und sind mit vielen gängigen Funksystemen kompatibel. Foto: EnOcean

Wärmekomfort durch planvolle Zusammenarbeit

Durch digitale Vernetzung lassen sich Beleuchtung, Fenster-Beschattungen und weitere Komponenten einbinden, die Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Von Dämmerungssensoren gesteuerte Rollläden etwa fahren im Winter bei Einbruch der Dunkelheit herunter, auch wenn noch niemand im Haus ist. Sie bilden so ein wärmedämmendes Luftpolster vor dem Fenster. Sonnensensoren messen Sonnenintensität und Raumtemperatur und vergleichen sie mit den eingestellten Soll-Werten. Ist im Winter die Raumtemperatur zu niedrig, wird die Sonnenschutzfunktion erst dann freigegeben, wenn das gewünschte Wärmeniveau erreicht wird.

So kann die winterliche Sonnenstrahlung zur kostenlosen Raumerwärmung genutzt werden. Lernfähige Systeme wissen darüber hinaus nach kurzer Zeit, wie die Bausubstanz auf Temperaturänderungen reagiert, ob schnell oder träge, und passen sich den individuellen Komfortbedürfnissen der Bewohner an. Ist auch das elektronische Haustürschloss mit von der Partie, können mit dem Abschließen der Haustür die Heizung heruntergefahren und definierte Stromverbraucher ausgeschaltet werden. Andere Systeme erkennen durch die Ortung des Smartphones, wenn die Bewohner das Haus verlassen haben und senken die Raumtemperatur automatisch ab – um sie rechtzeitig vor dem Heimkommen wieder hochzufahren.

An den elektronischen Heizkörperreglern können individuelle Heizzeiten für jeden Raum programmiert werden.
An den elektronischen Heizkörperreglern – hier der „TheraPro HR90“ mit kippbarem Display – können individuelle Heizzeiten für jeden Raum programmiert werden. Foto: Honeywell

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