Online-Kredite: Geld übers Internet.

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Die Zeit der Abenteuer ist vorbei. Die Möglichkeit, Baugeld übers Internet statt über die Hausbank zu finanzieren, hat sich etabliert. Seriöse Anbieter zeichnen sich durch eine Hotline, besetzt mit kompetenten Beratern, maßgeschneiderte Angebote und teilweise sogar durch Niederlassungen vor Ort aus.

Bei Internetanbietern wie auch bei konventionellen Banken liegen die Untergrenzen für Baufinanzierungen in der Regel bei 50.000 beziehungsweise 30.000 Euro Kreditbedarf. Wer weniger braucht, erhält die günstigen Konditionen einer Baufinanzierung nicht mehr. Das trifft vor allem Sanierer und Modernisierer, die häufig Rücklagen gebildet haben. Sie können einen Großteil der Investitionen durch Eigenkapital decken, insbesondere wenn es sich um Einzelmaßnahmen wie die Dämmung des Daches, den Austausch der Fenster oder die grundlegende Modernisierung des Bades handelt.

Was tun bei kleinen Summen?

Für Banken „lohnen“ sich kleine Summen aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht, da der Arbeits- und Verwaltungsaufwand die Rendite schluckt. Sie verweisen deshalb auf den sogenannten Konsumentenkredit, der jedem Verbraucher mit gesicherter Einkommenssituation offen steht, der Anschaffungen „auf Pump“ tätigen will. Die Konditionen sind deutlich schlechter, die Ratenzahlungen entsprechend höher, auch aufgrund kürzerer Gesamtlaufzeiten. Andererseits ist man schneller entschuldet, zudem werden häufig großzügige Sondertilgungsmöglichkeiten eingeräumt. Diese Kredite werden kurzfristig, ohne großen bürokratischen Aufwand und ohne Grundschuldeintrag vergeben, was wiederum Gebühren spart. Interessenten sollten unbedingt die Kreditkosten berechnen, vergleichen und gegebenenfalls nach Alternativen suchen. Wo gibt’s die besten Konditionen? Meist deutlich über 50.000 Euro liegt der Kreditbedarf, wenn ein gebrauchtes Haus gekauft, ein Altbau grundlegend saniert oder ein Anschlusskredit finanziert werden soll. Dann wird die Suche nach den günstigsten Konditionen übers Internet besonders interessant. Gemeint sind nicht primär die Direktbanken. Sie unterscheiden sich von Hausbanken lediglich dadurch, dass sie keine Niederlassungen haben, sondern alle Geschäfte online und per Telefon abwickeln, auch Finanzierungen. Gemeint sind vor allem Baufinanzierer, die als Vermittler auftreten. Dazu zählen Institute wie Interhyp, Dr. Klein, oder Creditweb. Doch auch klassische Banken wie die Commerzbank tummeln sich in der Zwischenzeit auf diesem Feld (siehe Kasten). Diese Anbieter zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit den verschiedensten Kreditinstituten als Partner zusammenarbeiten, für die sie das Geschäft anbahnen und die Vorprüfungen erledigen. Der Vorteil für den Kunden liegt darin, dass die Kreditmakler aus einer riesigen Anzahl von Finanzierungsangeboten das auswählen können, das am besten zum individuellen Konzept des Darlehensnehmers passt und dabei die besten Konditionen bietet. Die Großen der Branche arbeiten teilweise mit über 300 Partnerbanken zusammen, die Kleineren haben immerhin an die 30 bis 70 Institute im Portfolio. Bauherren profitieren von der Markttransparenz sowie einem Angebotsvergleich, den sie selbst so nicht hätten durchführen können. Zudem können die Vermittler den marktüblichen Zins in der Regel toppen. Sie erhalten von den Kreditinstituten wesentlich günstigere Konditionen, als Ausgleich für die Abwicklung im Vorfeld. Davon können sie einen gewissen Prozentsatz an die Kreditnehmer weitergeben, da sie durch die Spezialisierung sehr effizient arbeiten können und darüber hinaus kein Filialnetz unterhalten müssen.

Von der Anfrage zum Abschluss

Der Ablauf ist bei allen Internetanbietern ähnlich: Für eine erste Orientierung kann jeder seine Eckdaten wie Kosten, Eigenkapital, benötigtes Fremdkapital und Laufzeit eingeben und erhält eine ungefähre Berechnung auf der Basis der aktuellen Konditionen. Mit Servicetools wie Zins- und Belastungsrechnern, die fast jede dieser Webseiten aufweist, kann man so die eigenen finanziellen Spielräume ausloten. Für ein erstes Angebot sind darüber hinaus Angaben zum Haushaltseinkommen notwendig. Die Rückmeldung erfolgt meist innerhalb weniger Stunden. Angesichts der Anonymität des Netzes sind Internetanbieter erstaunlich greifbar. Per Hotline sind sie bis spätabends und am Wochenende zu erreichen. Kommt eine Anfrage in Gang, wird in der Regel ein persönlicher Berater zugeordnet, der sich direkt mit dem Kunden in Verbindung setzt und mit ihm die optimale Lösung ausarbeitet. Aufgrund der Vielzahl der vermittelten Finanzierungen verfügen die Experten über ein fundiertes Wissen und binden auch vorhandene Bausparverträge oder Förderdarlehen der KfW mit ein. Für eine konkrete Finanzierungsanfrage muss der Bauherr online oder auf einem PDF-Ausdruck Formulare mit Angaben zum Objekt und zur persönlichen finanziellen Situation ausfüllen. Darüber hinaus werden, wie bei der Hausbank auch, Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen, Ausweiskopien, Grundbuchauszug und anderes mehr verlangt. Nach Eingang und Prüfung der Dokumente erhält der Kunde ein verbindliches Angebot. Die Konditionen sind für ein paar Tage reserviert, der Bauherr kann sich in dieser Zeit entscheiden, ob er das Angebot annimmt. Unterschreibt er, wird der Vorgang vom Vermittler an die kreditgebende Bank weitergeleitet. Hier erfolgt die abschließende Prüfung aller Unterlagen, bevor der Darlehensvertrag ausgefertigt wird. Erst mit Unterschrift des Kunden ist der Vertrag rechtsverbindlich. Der Bauherr sollte deshalb die verbleibende Frist nutzen, Konditionen und Bedingungen nochmals genau zu checken.

Foto: ths
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Nicht nur die Zinsen zählen

Alles ganz easy also? Zumindest nicht komplizierter als mit der Hausbank. Wer nicht nur vor Ort ein bis zwei Angebote einholt, sondern zusätzlich eine Finanzierungsanfrage bei einem Internetanbieter startet, kann nur gewinnen. Stimmen Kredithöhe, Zinsfestschreibung und Tilgungssatz überein, zeigt sich schnell, bei welchem Anbieter die Zinskosten beziehungsweise die Restschuld am niedrigsten sind. Das stärkt die Verhandlungsposition gegenüber der Hausbank, falls man doch lieber beim persönlich bekannten Bankberater vor Ort abschließt. Oder man profitiert tatsächlich von günstigen Internet-Konditionen. Bei hohen Kreditsummen reduziert jedes Zehntel hinterm Komma die Gesamtkosten spürbar. Allerdings darf man über den Zinssätzen die Extras nicht vergessen. Die Frage ist: Wird auf Sonderwünsche des Kunden eingegangen, darf er Sondertilgungen vornehmen, sind Tilgungsanpassungen möglich, wann werden Bereitstellungszinsen fällig, wie steht es mit Teilauszahlungszuschlägen? Auch in dieser Hinsicht zeigen sich Internetanbieter erstaunlich flexibel. Wer trotzdem der virtuellen Welt nicht ganz über den Weg traut, kann sich real beraten lassen: Bei der Verbraucherzentrale, dem Verband Privater Bauherren oder dem Bauherren-Schutzbund findet man Sachverständige, die die Angebote auf Herz und Nieren prüfen und den Kreditnehmern bei der Entscheidung helfen können. Margot Allex-Schmid

Finanzierungsvermittler im Internet:
www.baufi24.de
www.baufi.net
www.baufi-direkt.de
www.baufinanzierung.commerzbank.de
www.baufinanzierung-direkt.de
www.creditweb.de
www.drklein.de
www.hypothekendiscount.de
www.immobilienfinanzierung.de
www.interhyp.de

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