Mit Sommerfarben zu Hause in die Verlängerung.

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Wenn die Tage wieder kürzer werden, geht der Sommer mit den richtigen Farben an den Wänden zu Hause in die Verlängerung. Mit diesen Farben schaffen Sie sich auch im Herbst ein sommerliches Zuhause.

Auf einer sattgrünen Wiese in den Himmel gucken, während die Zehen im azurblauen Wasser baumeln. Der Sommer leuchtet momentan in seiner ganzen Farbenpracht. Doch der nächste Herbst kommt garantiert. Und mit der beginnenden kühlen Jahreszeit verbringt man wieder mehr Zeit zu Hause. Mit Farbe lässt sich das Sommer-Feeling in den eigenen vier Wänden noch etwas länger aufrechterhalten – mit der richtigen Wahl sogar bis zur nächsten Badesaison.

Cocooning-Charakter

Aber wie macht man sich den Herbst zu Hause heller? „Indem man zwar typische Herbstfarben wählt, mit denen man sich zu Hause wohl fühlt und den sogenannten Cocooning-Charakter herstellt“, ist Isabelle Wolf von Alpina überzeugt. Farben also, die das Licht und die Wärme des Sommers gespeichert haben und in denen die heiße Jahreszeit noch lange nachglüht. Dazu zählen etwa Senfgelb, Leuchtgelb, Blattorange oder Ahornrot. „Gelbtöne breiten sich im Raum aus, erweitern ihn durch ihr Strahlen, tauchen ihn in ein warmes Licht und schaffen so gleichzeitig Großzügigkeit und Wärme“, erklärt die Farbexpertin. Das ideale Gegenmittel also gegen triste Herbsttage.

Farben Sommer Herbst Zuhause
Ein leuchtendes Gelb sorgt auch im Herbst für Sommer-Flair in den eigenen vier Wänden. Foto: Auro

Auch Terrakotta, eher eine erdige, schwere Farbe, kann modern interpretiert z. B. in sonnigen Orangetönen bunte Akzente setzen. Apropos: „Orange vibriert vor Lebendigkeit und hebt nachweislich die Laune, selbst bei Herbstblues“, meint die Spezialistin. Die freundliche Farbe bringt Wohnräume zum Leuchten.

Farbschlacht

Doch Gelb und Orange sind nicht unbedingt jedermanns Lieblingsfarben. Alternativ passen auch Violett- oder Rotnuancen zur herbstlichen Jahreszeit und sorgen im Innenbereich für Farbtupfer.

Dabei können verschiedene Farbtöne auch gleichwertig kombiniert werden, statt dass einer den anderen akzentuiert. Also nicht nur eine, sondern gleich zwei Farben auf eine Wand.

Oder noch mehr: Eine Kombination aus bis zu drei Farbtönen bringt jeden Farbton besser zur Geltung. Starke Kontraste erzeugen Aufmerksamkeit, insbesondere Komplementärfarben, also Töne, die sich auf dem Farbkreis gegenüberliegen. Aber Vorsicht: Eine „Farbschlacht“ kann auch schnell ins Kitschige abrutschen und nach einer kurzen Zeit auf die Nerven gehen. Deshalb gilt: Manchmal ist weniger auch mehr.

Mehrere Farben auf einer Wand
Farbenpracht: Mehrere Farben auf einer Wand sorgen für bunte Akzente – aber Vorsicht, das kann rasch kitschig werden. Foto: AkzoNobel

Dunkle Akzente

Nicht nur helle und leuchtende Farben vermitteln Sommer Flair, wenn die Tage wieder kürzer werden. Auch dunkle, gesättigte Töne können im Herbst als Stimmungsaufheller fungieren. Sie vermitteln Wärme und wirken außerdem elegant. Auf die richtige Kombination kommt es an!

Dunkle Farben
Dunkle Farben wie Petrol wirken behaglich – auch wenn alle Wände gestrichen werden. Foto: Schöner Wohnen Kollektion. Foto: Schöner Wohnen Kollektion

Ein erdiger Braunton, ein dunkles Blau oder Violett sorgen in Verbindung mit hellen Pastelltönen für ein freundliches Zuhause. Trend-Töne wie Olivgrün, Petrol und Bordeaux sind zwar eher dunkel, lassen sich aber durch fröhliche Kombinationsfarben aufhellen. Ein dunkleres Olivgrün wird z. B. im Duo mit Pink aufgefrischt. Bordeaux wirkt mit Cremenuancen und goldenen Highlights edel, mit weichen Rosé- und Rosenholztönen feminin und entspannt. Und ein tiefes Petrol harmoniert gut mit leuchtenden Gelbtönen.

Es grünt so grün

Für sommerliche Frische sorgen auch naturnahe Grüntöne. Ein dunkles, intensives Waldgrün lässt nicht nur Erinnerungen an kühle Bergseen wach werden, es wirkt auch beruhigend.Die unterschiedlichen Grünabstufungen lassen sich zum Beispiel mit gedämpft vergrauten Rosé- und Mauvetönen verbinden. Die richtige Farbmischung macht’s!

Farben Sommer Herbst Zuhause
Ein kräftiges Waldgrün erinnert an kühle Bergseen im Sommer – und lässt sich z. B. mit Rosé kombinieren. Foto: Caparol

Drama, Drama, Drama

Die größte Angst vieler Hausbesitzer, dass dunkle Wandfarben einen Raum kleiner wirken lassen, ist nicht immer berechtigt. Dunkle Farbtöne können ungünstige Proportionen überspielen. Gerade kleine Räume werden durch dunkle, kräftige Farben aufgewertet, denn sie verleihen eine ordentliche Portion Drama.

„Statt also verzweifelt zu versuchen, kleine Räume mit hellen Farben weiter wirken zu lassen, ist es viel spannender, sie in kleine Schatzkästchen zu verwandeln und auf Farbe zu setzen“, meint Expertin Isabelle Wolf.
 Ein weiterer Tipp: Stark pigmentierte Farben reagieren auf Licht und sorgen damit im Herbst für helle Momente.

Dunkle Farbtöne
Dunkle Farbtöne können einen Raum „einfangen“. Foto: Caparol

Sommerliche Tapeten

Wer nicht streichen möchte, kann auch mit passenden Tapeten für sommerliche Akzente sorgen. Von Mustern rät Hersteller Erfurt allerdings ab: Denn häufig sieht man sich an ihnen schnell satt. Stattdessen empfehlen sich beispielsweise unterschiedliche Tapeten-Strukturen in verschiedenen Farben wie einem leichten Grün oder Rosé.

Wer allerdings nicht genug vom Sommer kriegen kann und sich die Erinnerung an den letzten Urlaub wach halten will, kann ein persönliches Foto digital etwa auf Erfurt-JuicyWalls-Vliestapete drucken lassen. Damit hat man den Sommer das ganze Jahr über vor Augen.

Individuell

So oder so: Bei der Farbauswahl sollten neben den Wandflächen unbedingt auch Boden und Türen berücksichtigt werden. Am Ende sorgt neben der Farbe und den Lichtverhältnissen zu Hause natürlich auch die entsprechende Inneneinrichtung für sommerliches Flair. Helligkeit und eine natürliche Wärme bringen etwa Naturmaterialien wie Holz oder Stoff in die eigenen vier Wände.

Letztendlich sind der eigene Stil und individuelle Vorlieben bei der Farbauswahl entscheidend. Man sollte sich nicht nach Trends richten, sondern Farbtöne wählen, mit denen man sich das ganze Jahr rundum wohlfühlt. Renzo Wellinger

Tipp

Wie viele Wände soll ich streichen? Natürlich hängt die Antwort von den jeweiligen Räumlichkeiten ab. Feststeht: Indem man alle Wände eines Raumes streicht, erhält er Cocooning-Charakter. Die Farbe an den Wänden „umfängt“ den Raum und hält ihn zusammen. Mutige streichen nicht nur alle Wände, sondern beziehen auch die Decke mit ein. Das bringt Ruhe und Großzügigkeit ins Zimmer. „Wer unsicher ist, fängt mit einem kleinen Nebenraum an und wird sich von seiner persönlichen Lieblingsfarbe eingehüllt fühlen“, empfiehlt Farbhersteller Brillux.

Praktische Tipps zum Thema Streichen finden Sie auf www.bau-welt.de.

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