Klimagerät: Mit Köpfchen kühlen.

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Daikin
Foto: Daikin

Bei hochsommerlichen Temperaturen haben Klimageräte Hochkonjunktur. Aber Achtung: Bei der Kaufentscheidung sollte man kühlen Kopf bewahren.

Sommerliche Hitze hat auch ihre Schattenseiten – wenn man nicht gerade Urlaub hat und die Tage am Badesee verbringen kann. Hohe Temperaturen machen nicht nur körperliche Aktivitäten und selbst Schreibtischarbeit zur Qual, sie belasten auch das Herz-Kreislauf-System und gefährden so die Gesundheit. Verständlich, dass an solchen Tagen der schnelle Kauf eines preiswerten Monoblock-Kühlgerätes aus dem Baumarkt lockt. Diese mobilen Geräte versprechen sofortige Linderung, weil sie ohne Montageaufwand in Betrieb genommen werden können. Den Schlauch, der die Wärme abführt, durch ein gekipptes Fenster oder eine angelehnte Tür ins Freie führen, Stecker in die Dose und los geht’s. Das Ergebnis ist allerdings meist nicht zufriedenstellend. Da beim Betrieb ein leichter Unterdruck im Raum entsteht, strömt heiße Luft durch die offene Verbindung nach draußen wieder herein. Mangelnde Kühlleistungen und ein hoher Stromverbrauch sind die Folgen. Was ein individuelles Frischeempfinden auslöst, ist lediglich die Verminderung der Luftfeuchtigkeit, die im Gerät gesammelt wird und manuell entleert werden muss. Wirksamer – so stellte Stiftung Warentest in der Zeitschrift test 7/2014 fest – arbeiteten Monoblock-Geräte, bei denen Zu- und Abluft durch zwei getrennte Schläuche strömen. Dichte man den offenen Fensterspalt ab, könne kein Unterdruck im Raum entstehen.

Aufgabenteilung

Wer schneller, komfortabler und mit höherer Effizienz kühlen möchte, dem empfehlen die Fachleute ein Split-Gerät. Diese verursachen lt. Stiftung Waren- test bei vergleichbarer Kühlleistung weniger als die Hälfte der Stromkosten von Monoblockgeräten. Split-Geräte bestehen aus einem Außengerät und einem (Single- oder Monosplit) oder mehreren Innengeräten (Multisplit). Zwei Leitungen stellen die Verbindung nach draußen her. Das Innengerät filtert, entfeuchtet und kühlt die Raumluft, indem ein Kältemittel im Inneren verdampft und dabei die Wärme des Raumes aufnimmt. Über die Rohrleitung gelangt es zum Außengerät, wo die Wärme an die Außenluft abgegeben wird. Hochwertige Split-Geräte arbeiten mit energiesparender „Inverter“-Technologie: Sie passen ihre Leistung gleitend – ohne ständiges Ein- und Ausschalten – dem jeweiligen Bedarf an und produzieren einen gleichmäßigen Luftstrom. Gegen Aufpreis gibt es Split-Klimageräte mit Wärmepumpen-Funktion. Diese Geräte können in der Übergangszeit bei Bedarf auch Wärme produzieren. Split-Geräte erfordern zwei Wanddurchbrüche und müssen von einem Fachmann in Betrieb genommen werden.

Das aktuelle EU-Effizienzlabel weist die Leistungsdaten des Gerätes im Kühl- und im Heizbetrieb aus. Foto: Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energieagentur GmbH/dena
Das aktuelle EU-Effizienzlabel weist die Leistungsdaten des Gerätes im Kühl- und im Heizbetrieb aus. Foto: Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energieagentur GmbH/dena

Neues EU-Label

Da Klimageräte in den letzten Jahren immer effizienter geworden sind, wurde die Klassifizierung auf dem EU-Energieeffizienz-Label entsprechend angepasst. Die frühere Effizienz-Klasse A ist seit der Einführung der Klassen A+, A++ und A+++ im Januar 2013 nur noch Mittelmaß. Die Unterschiede sind erheblich. So verbraucht ein A+++-Ein-Schlauch-Gerät im Vergleich zu einem Gerät der Klasse B rund 40 Prozent weniger Strom. Die Kälte- und gegebenenfalls auch die Heizleistung sind in Kilowatt auf dem Lebel angegeben. Neben dem zu erwartenden Stromverbrauch findet man dort auch die Angabe des Schalldruckpegels in Dezibel (dB). 30 Dezibel entsprechen etwa Flüster-Lautstärke. Sehr gute Split-Anlagen liegen bei 20 dB und sind damit kaum wahrnehmbar. Um zwei Produkte realistisch miteinander vergleichen zu können, sollte man zudem darauf achten, dass sich die betreffenden EU-Label auf Geräte gleicher Bauart beziehen. Mindestens ebenso wichtig ist es, die passende Leistungsgröße zu erwerben, damit der Raum bedarfsgerecht gekühlt oder beheizt wird. Wer auf Nummer Sicher gehen will, überlässt nicht nur die Montage, sondern auch die Auslegung der Anlage einem Fachmann. Erste Anlaufstelle ist ein örtlicher Kälteanlagenbauer oder ein SHK-Fachhandwerksbetrieb.

Weitere Infos

Was kostet das?
Mobile Geräte: ca. 275 bis 1.250 Euro
Marken-Splittgeräte: ca. 1.000 bis 4.000 Euro
Installation: ca. 600 Euro
Quelle: RWE Deutschland AG

Aufgepasst!

Foto: Velux
Foto: Velux

Durch umsichtiges Verhalten lässt sich der Energieaufwand für ein Klimagerät in Grenzen halten: Schließen Sie bei hochsommer- lichen Temperaturen konsequent die Fenster, Rollläden und Jalousien, bevor Sie morgens das Haus verlassen und nutzen Sie die Kühle der Nacht und der frühen Morgenstunden, um ausgiebig zu lüften und die Raumtemperatur zu senken.

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