Generationenhaus: Zusammenwohnen von Alt und Jung unter einem Dach.

1972
Großfamilie mit Kindern, Eltern und Großeltern.
Foto: thinkstock/BananaStock

Früher war das Zusammenwohnen von Alt und Jung unter einem Dach keine Besonderheit – es nannte sich Großfamilie und war selbstverständlich, weil alle davon profitierten. Dann geriet dieses „Modell“ etwas in Vergessenheit, aber seit einigen Jahren werden Mehrgenerationenhäuser wieder verstärkt nachgefragt.

Grundvoraussetzung für ein harmonisches Miteinander ist, dass die Bedürfnisse der Großeltern genauso berücksichtigt werden wie die der Eltern und Kinder. Denn auch wenn man sich liebt und schätzt, birgt die räumliche Nähe und das Zusammenleben mehrerer Altersklassen ein gewisses Konfliktpotenzial. Daher müssen die Wohneinheiten unbedingt komplett getrennt sein, idealerweise auch die Freisitze und Terrassenplätze. Respekt vor der Privatsphäre des anderen versteht sich von selbst. Aber wenn Unterstützung benötigt wird, dann ist sofort jemand in der Nähe. Grundsätzlich gilt, dass Räume flexibel nutzbar sein sollten, d.h. Kinderzimmer gleich groß und mindestens 12, besser noch 15 Quadratmeter groß. Idealerweise sieht der Grundriss auch noch ein Pufferzimmer vor, was das Tauschen von Räumen erlaubt. Zu den Qualitätskriterien aller Räume zählt die Helligkeit, bevorzugt kommen bodentiefe Fenster zum Einsatz.

Flexibilität ist das Ziel

So werden neben der großen Familienwohnung eine oder mehrere Kleinwohnungen nebeneinander erforderlich. Wie eng oder wie locker das Zusammenleben aussehen soll kann je nach Familie variiert werden. Je größer die Familie, desto häufiger verändert sie sich in ihrer Zusammensetzung. Starre Wohnlösungen stehen solchen Veränderungen aber im Weg. Hingegen helfen im Vorfeld geplante Anpassungsmöglichkeiten Kosten zu sparen, da aufwendige Umbauten entfallen. „Abgetrennte Wohneinheiten unter einem Dach” heißt die Lösung. Sie können auf verschiedenen oder auf einer Ebene liegen, je nach Grundriss und Größe des Hauses. Wichtig für die Privatsphäre der einzelnen Parteien sind die getrennten Bereiche. Gemeinsame Haustür, Diele oder Treppenhaus führen zu den einzelnen Eingängen. Anderthalb- oder zweigeschossige Bauten eignen sich bestens für mehrere Generationen, wobei die junge Familie das Dachgeschoss bezieht, die ältere Generation unter Berücksichtigung der Bequemlichkeit im Erdgeschoss wohnt. Eventuell werden hier im Vorfeld barrierefreie Räume und Einrichtungen geplant. Von barrierefreien Lösungen wie schwellenlose Übergänge und bodenebenen Duschen ziehen nicht nur die Älteren einen Nutzen, sondern Bewohner jeden Alters. Hier könnte das obere Stockwerk sogar über eine Außentreppe erschlossen werden. Eineintelligente Planung berücksichtigt die Unterbringung von Schlaf- und Ruheräumen auf der einen Hausseite und von Wohnräumen auf der anderen. So können zusätzlich zu gutem Schallschutz Lärm und Störungen vermieden werden. Ein weiterer Vorteil des Mehrgenerationenhauses: Keller, Waschraum und Technikraum können gemeinschaftlich genutzt werden.

Zwei separate Wohneinheiten mit zwei ganz getrennten Hauseingängen sind eine wichtige Voraussetzung für das Zusammenleben unter einem Dach.
Zwei separate Wohneinheiten mit zwei ganz getrennten Hauseingängen sind eine wichtige Voraussetzung für das Zusammenleben unter einem Dach. Foto: WeberHaus

Nur Vorteile

Praktische Vorteile sind die „Nachbarschaftshilfen”: Urlaubsvertretung beim Blumen gießen und Haustiere versorgen, Hilfe beim Einkaufen und der Kinderaufsicht, im Krankheitsfall etc. Zu den sozialen Vorteilen für die ältere Generation zählen: keine Vereinsamung, keine Hilflosigkeit, das Gefühl, noch gebraucht zu werden. Doch auch im Finanzierungsbereich können sich durch den Zusammenschluss mehrerer Parteien Erleichterungen ergeben.

Vorteilhaftes Zusammenleben

Familie Tomais fand eine Lösung mit vielen Vorteilen, die auch die Großeltern überzeugte: Ein nahezu barrierefreies Haus mit zwei getrennten Wohnungen im Erd- und Obergeschoss, mit einem perfekten Mix aus Nähe und Distanz. Das kubische Flachdachhaus im Bauhausstil bietet 102 Quadratmeter für die Senioren, die Familie lebt auf 124 Quadratmetern. Das Thema „Alters gerecht wohnen“ wurde ebenfalls zur vollsten Zufriedenheit umgesetzt: „Sechs Stufen führen von der Straße bis in den Garten, ansonsten wohnen meine Eltern barrierefrei auf einer Ebene.“ Selbst der Keller ist ebenerdig über eine Tür vom Wohnbereich aus zu erreichen. Alle fühlen sich sehr wohl und genießen das neue Gefühl des generationenübergreifenden Wohnens.

Weber Haus
Foto: Weber

BAUTAFEL
Hausbezeichnung: WeberHaus Individual
Bauweise: Holztafelbau
Dach: Flachdach
Wohnfläche: EG 102 m², OG 124 m²
Abmessungen: 16,60 m x 10,60 m
Preis: auf Anfrage
Hersteller: WeberHaus GmbH & Co. KG

Flexible Nutzung

Das Vitalhaus Freimann orientiert sich an der traditionellen Bebauung der Umgebung. Die gelbe Fassade steht dabei in angenehmen Kontrast zu den weißen Fensterrahmen. Auch die Ausführung von Balkon und Loggia in Weiß unterstreicht den heiteren Gesamteindruck. Mit 103 und 110 Quadratmetern sind Erd- und Obergeschoss großzügig dimensioniert, im Dachgeschoss stehen 68 Quadratmeter zur Verfügung. Vorausschauend zu planen spart Kosten: Derzeit wohnen zwei Generationen im Haus. Bei Bedarf lässt sich das Erdgeschoss als barrierefreier Wohnraum einfach umgestalten und sichert die Nutzung bis ins hohe Alter. Obergeschoss und Dachgeschoss stehen später dann als separate Wohneinheit zur Verfügung.

Regnauer Freimann
Foto: Regnauer

BAUTAFEL
Hausbezeichnung: Haus Freimann
Bauweise: Massivholz-Riegel-Konstruktion, Holzfaserdämmung
Dach: Mansard 57° bzw. 25°
Wohnfläche: EG 103,03 m², OG 110,31 m², DG 68,72 m²
Abmessungen: 13,30 m x 9,89 m
Preis: auf Anfrage
Hersteller: Reganuer Hausbau GmbH & Co. KG

Bauhaus-Stil

Symmetrie, klare Linien, Gliederung der Baukörper, der freie Fluss der Räume, ein enges Zusammenspiel von innen und außen – der lang gestreckte Kubus gehört zur Bauhausarchitektur. Er besteht aus zwei Körpern, die vom zurückgesetzten Hauseingang zusammengehalten werden. Während sich die eine Haushälfte eher geschlossen gibt und hinter ihrem überbreiten Tor die Garage beherbergt, öffnet sich die andere auf beiden Ebenen. Die Reihung der meist schlanken Fensterformate – lediglich an der Giebelseite werden sie von quer liegenden gekontert –, diverse Durchbrüche, der Kontrast von Weiß und Grau sind weitere Indizien einer modernen Formensprache. Das Haus ist mühelos auch als Adresse für mehrere Generationen denkbar.

Büdenbender
Foto: Büdenbender

BAUTAFEL
Hausbezeichnung: exklusive Architekten-Villa Calando
Bauweise: Blockrahmenbauweise mit Klimawand atmo-tec®, ein patentierter, mehrschichtiger Wandaufbau für ein gesundes Wohlfühlklima
Dach: Flachdach
Wohnfläche: gesamt 359,99 m²
Abmessungen: 21,5 m x 13,8 m.
Hersteller: Büdenbender Hausbau GmbH

In Hanglage

Von außen zeigt Haus Hegele ein zeitgemäßes Erscheinungsbild mit elegantem Farbkontrast und viel Glas, lässt sich dabei aber dank Satteldach und 50 cm Dachüberstand problemlos in vielen Baugebieten realisieren. Mit 180 cm Kniestock stellt es seinen Bewohnern auch im Obergeschoss hohe und von zwei Seiten belichtete Räume zur Verfügung. Stilprägend sind außerdem ein edler Weiß-Grau-Kontrast, zeitgemäße Übereckverglasungen und der Wechsel zwischen großen Glasflächen und liegenden Lichtbändern. Blickfang auf der Straßenseite ist eine Verglasung über zwei Geschosse, hinter der eine Galerie liegt. Sohn Daniel zog hier gerne ins Untergeschoss, das dank der Hanglage eine attraktive, eigenständige Einheit bietet.

livvi-Hegele
Foto: Hegele

BAUTAFEL
Hausbezeichnung: Haus Hegele
Bauweise: Holzrahmenkonstruktion mit Vollwärmedämmschicht
Dach: Satteldach 25°, Kniestock 180 cm
Wohnfläche: EG 75,16 m², OG 69,86 m², UG 78,35 m²
Abmessungen: 11,46 m x 9,40 m
Preis: auf Anfrage
Hersteller: Fertighaus Weiss GmbH

Lösung mit Familienanschluss

Bungalow mit einem Grundriss, der für diese Hausform typische Gliederung in Wohn- und Schlaftrakt aufweist. Vorbildlich ist in diesem speziellen Fall die klare Trennung beider Funktionsbereiche mit Zwischentüren und einem Eingangsbereich. Der zweigeschossige Mitteltrakt ergänzt dieses traditionelle Wohnkonzept durch einen Schuss Flexibilität. Unterm flachen Zeltdach ist hier eine zweite Wohneinheit untergebracht, die fast schon für sich alleine funktioniert: Ein erwachsenes Kind kann hier wohnen, ebenso ein noch Verwandter, der das Wohn-/Schlafzimmer mit Bad und Dachterrasse als Alterssitz nutzt und an den gemeinsamen Mahlzeiten der Familie teilnimmt. Oder als Ergänzung zum barrierefreien Bungalow zur Unterbringung einer Pflegeperson.

livvi-baumeisterHaus
Foto: Baumeister

BAUTAFEL
Hausbezeichnung: Haus Pohl
Bauweise: Massivbau aus Porenbeton (außen) und Kalksandstein (innen)
Dach: Satteldach, Zeltdach 23°
Wohnfläche: EG 146,33 m², DG 41,60 m²
Abmessungen: 14,47 m x 17,97 m
Preis: schlüsselfertig inkl. Bodenplatte ohne Extras ca. € 290.000, je Region um 10% variabel
Hersteller: Baumeister-Haus Partnerunternehmen Wohnungsbaugesellschaft Neustadt;
Baumeister-Haus Kooperation e.V.

Wohnen mit Weitblick

Bei der Planung an diesem Südwesthang wurde es notwendig, zur Erschließung unter dem Wohnkeller mit der Einliegerwohnung einen Garagenkeller  zu errichten. Im Erdgeschoss und Obergeschoss wurde die Fassade groß zügig zum Tal und zur Sonne hin geöffnet. So hat man aus allen drei Wohnetagen einen traumhaften Fernblick nach Süden und Westen auf die gegenüberliegende Gebirgskette. Nach Norden und Osten wurden nur die notwendigsten Fenster eingeplant, um Energie einzusparen. Größter Wert wurde auf eine moderne, zeitgemäße Architektur in ökologischer Bauweise gelegt. Holz ist sehr stabil und trägt ein Vielfaches seines Eigengewichts. Es ist hoch wärmedämmend, diffusionsoffen und reguliert das Wohnklima auch bei Kälte.

Foto: Isartaler
Foto: Isartaler

BAUTAFEL
Hausbezeichnung: Haus Landeck
Bauweise: Holztafelbau mit heimischen Hölzern aus dem Alpenvorland
Dach: Pultdach 10° mit Quergiebel
Wohnfläche: EG 93,83 m², OG 73,52 m²
Abmessungen: 11,80 m x 9,32 m
Preis: ab OK KD schlüsselfertig € 319.800, Ausbauhaus ab € 158.700
Hersteller: Isartaler Holzhaus

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