Die geeignete Eindeckung Ihres Daches passend zu jeder Wetterlage.

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Sunroof Photovoltaik mit integrierter Hinterlüftung und Solarsicherheitsglas.
Sunroof Photovoltaik ist ein Baukastensystem mit integrierter Hinterlüftung und Solarsicherheitsglas. Foto: Roto Dach- und Solartechnologie

Die Eindeckung schützt vor der Witterung und hält das Dach dicht. Regen muss schnell abfließen und darf weder in die Konstruktion laufen noch sich unter dem Dach stauen. Aber die Eindeckung kann noch mehr – als elementarer Bestandteil des Energiekonzepts.

Gute 70 Jahre Lebensdauer geben Fachleute einem Dach, sofern es handwerklich sauber erstellt und regelmäßig gewartet wurde. Das Spektrum von Eindeckungsmaterialien ist derart riesig, dass man sich fast schon glücklich schätzen kann, schränken das örtliche Bauamt bzw. der örtliche Bebauungsplan die Auswahl ein. In einigen Wohngebieten geht das über das Vorschreiben der Materialien hinaus bis hin zum Festlegen des RAL-Farbtons der Pfannen. Das andere Extrem ist ebenso zu beobachten, vor allem in jüngeren Neubaugebieten.

Musterhaus von WeberHaus in Wuppertal.
Musterhaus von WeberHaus in Wuppertal, ausgestattet mit „MS 5 2Power“ mit Doppelnutzen: Während das Photovoltaik-Modul Energie sammelt, leitet eine Solarflüssigkeit die entstehende Wärme in einen Multivalent-Solar-
Schichtenspeicher. Foto: Nelskamp

Dort sieht man grüne oder blaue, teils blau leuchtende Dächer – ganz ohne Solarkollektoren oder Solarmodule. Mit solchen farbig glasierten oder engobierten Ziegeln kann man Abwechslung in die Nachbarschaft bringen, muss sich anschließend natürlich auf den einen oder anderen Kommentargefasst machen. Glasur und Engobe erlauben es darüber hinaus, die günstigeren Betondachsteine, aus Sand und Zement, den Ziegeln im Aussehen anzugleichen; so dauerhaft wie diese sind sie deswegen nicht. Besser steht in dieser Hinsicht wieder der Schiefer da, ein Sedimentgestein, das je nach Abbaugebiet von anthrazitfarben über hellgrau und grün bis rotbraun daherkommen kann. Dächer aus Metall – Aluminium, Titanzink, Kupfer oder Edelstahl – sind teurer und aufwendiger zu verarbeiten.

Pro Stück ein Kilo leichter als vergleichbare Dachziegel.
Pro Stück ein Kilo leichter als vergleichbare Dachziegel. Mit dem „Achat 10V“ wird das Eindecken weniger anstrengend. Foto: Braas

Die Schutzschicht

Bei der Wahl der Eindeckung spielt neben ästhetischen Vorgaben Sicherheit die Hauptrolle. Regen, Schnee, Hagel, Sturm und UV-Strahlung muss die Dachhaut über Jahrzehnte aushalten und abhalten. Temperaturschwankungen rund um die Uhr setzen ihr zu, eine Temperaturspanneübers Jahr zwischen 70 Grad an Sommertagen und minus 25 Grad in Winternächten ist in unseren Breiten die Regel. Schiefer ist eine der dauerhaftesten Dacheindeckungen und wird genagelt, eine Arbeit für speziell ausgebildete Fachkräfte. Tondachziegel sind genormte Massenprodukte.

Das Indach-System „PV Premium“ macht aus einem Schutzdach ein Nutzdach.
Das Indach-System „PV Premium“ macht aus einem Schutzdach ein Nutzdach, das umweltfreundlichen Solarstrom erzeugt und in Sachen Design und Optik überzeugt. Foto: Braas

Der Vorteil: mit ihnen ist das Dach ruckzuck eingedeckt, große Formate beschleunigen die Montage noch. Sonderformen für Dach-Durchdringungen – Antenne, Entlüftung, Abgasanlage, Leitungen der Solaranlage – sind in großer Auswahl lieferbar. Die Palette umfasst alles vom modernen Falzziegel bis zum historischen Biberschwanz oder den Mönchs- und Nonnenziegeln. Betondachsteine, aus Sand, Zement und Farbpigmenten hergestellt, sind etwas schwerer als Tonziegel, ebenfalls in fast allen Formen und Formaten erhältlich. Wie die Faserzementplatten, unter Zusatz von Kunststoff und Zellulosefasern hergestellt, sind sie eine Erfindung der Moderne. Von edel bis einfach reicht das Spektrum der Metallbeschichtungen. Edelstahl, Aluminium, Kupfer und Zink.

Haus am Genfer See mit einer monolithischen Gestaltung
Für eine monolithische Gestaltung, wie bei diesem Haus am Genfer See, bietet sich Schiefer für Dach und Fassade an. Foto: Rathscheck

Das Energiedach

Die private Energiewende lässt sich auf dem eigenen Dach. Mit Solarmodulen als Heizsystem, mit Photovoltaik als Kraftwerk und mit Hybrid-Modulen für Strom und Wärme aus einem Gerät. Bleibt die Frage ob Indach- oder Aufdachlösung? Dachintegrierte Photovoltaikanlagen übernehmen die schützende Funktion des Daches und wirken dabei viel eleganter und homogener als Aufdachanlagen. Hierbei werden die Schienen zur Befestigung der Module auf den Dachlatten verschraubt. Aber nur wenn die Dachhaut (in diesem Fall ersetzt durch die Solarzellen) wirklich dicht ist, ist die Konstruktion gegen Durchfeuchtung geschützt.

Bei einer Verlegung wie bei Dachziegeln, man spricht hier auch von Solardachziegeln, werden die Module überlappend verlegt. Regenwasser fließt ab, Schnee und Eis rutschen schnell ab. Bei der Verlegung als ebene Fläche kommt es auf eine perfekte Abdichtung an. Die rahmenlosen Elemente werden an den Stößen abgedichtet. Kritiker verweisen auf den geringeren Wirkungsgrad von Indachlösungen bei ungenügender Hinterlüftung. Abhilfe schaffen Lüftersteine, die für Abkühlung sorgen. Für eine dachintegrierte Lösung muss der Bauherr tiefer in die Tasche greifen, allerdings spart er sich das herkömmliche Eindeckungsmaterial. Die volle Ausnutzung der Dachfläche ermöglicht mehr Module und damit mehr Energieertrag, es können aber auch nur Teile des Daches eingenommen werden, die Integration von Dachfenstern ist im Übrigen kein Problem.

Diese Solarmodule sind aus ästhetischen Gründen ohne Rahmen ausgestattet.
Diese Solarmodule sind aus ästhetischen Gründen ohne Rahmen ausgestattet. Dafür gelten besondere Montagerichtlinien, geeignete Montagesysteme müssen verwendet werden. Foto: Solarwatt