Effektive Abwehr gegen Einbrüche.

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Einbruchschutz
Foto: Abus

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist in den letzten fünf Jahren um gut ein Drittel gestiegen. In Mehrfamilienhäusern kommt jeder zweite Langfinger durch die Eingangstür, in Einfamilienhäusern gelten Fenstertüren und Fenster als besonders anfällig. Wir zeigen Möglichkeiten zur Abwehr gegen Einbrüche.

Zugenommen haben aber auch Einbruchversuche, die letztlich scheiterten. Das beweist, dass sich Vorsorgemaßnahmen auszahlen. An den richtigen Sicherungen beißen sich die Diebe nämlich die Zähne aus. Letztendlich müssen sich die Hausbesitzer selbst um die Sicherheit ihres Eigenheims kümmern.

Die „Secvest“-Funkalarmanlage setzt Maßstäbe in der Einbruchmeldetechnik: intuitiv in der Bedienung und einfach einzubauen. Mechatronische Komponenten setzen dem Eindringling einen mechanischen Widerstand entgegen und lösen gleichzeitig einen Alarm aus. Foto: Abus
Die „Secvest“-Funkalarmanlage setzt Maßstäbe in der Einbruchmeldetechnik: intuitiv in der Bedienung und einfach einzubauen. Mechatronische Komponenten setzen dem Eindringling einen mechanischen Widerstand entgegen und lösen gleichzeitig einen Alarm aus. Foto: Abus

Fenster

In der europäischen Norm DIN EN 1627 werden die Fenster Widerstandsklassen zugeordnet, den „Resistance Classes“ oder RC – von RC 1, nicht gesichert, bis RC 6, nur von Spezialisten mit Werkzeug wie Bohrer, Stichsäge, Winkelschleifer zu knacken, in maximal 20 Minuten. Die Kriminalpolizei empfiehlt im Wohnungsbau Produkte der RC 2, die Einbrechern mit einfachem Werkzeug gut drei Minuten standhalten. Ein hohes Sicherheitsbedürfnis von Bauherren erfüllen Fenster, die eine Einbruchhemmung mit RC-3-Prüfzeugnis vorweisen. Diese Sicherheitsfenster bieten neben einer Rundumverriegelung einen abschließbaren Fenstergriff, einen Beschlag mit Getriebeaufbohrschutz sowie Verbundsicherheitsglas und eine gesicherte Glasanbindung. Ein RC-3-Fenster hält professionellen Einbruchversuchen mindestens fünf Minuten stand. Die meisten Versuche werden meist schon vorher aufgegeben, wenn ein Fenster zu viel Widerstand leistet. Darüber hinaus lassen sich auch Kontakte für eine Alarmanlage von Anfang an in neue Fenster und Terrassentüren integrieren. Die Alarmanlage wirkt zusätzlich abschreckend, weil der Täter damit rechnen muss, dadurch schnell entdeckt zu werden. Der richtige Fenstergriff kann erheblich zum Schutz beitragen: Wenn er mit blockierenden Drehmechanismen oder einem Schloss ausgestattet ist, können Diebe ein Fenster von außen nur schwer öffnen. Ein einbruchhemmender Fenstergriff sollte daher mindestens das Bewegen des Griffs von außen verhindern. Erfahrene Täter können den Fensterbeschlag nämlich so manipulieren, dass der Fenstergriff sich einfach öffnet. Noch besseren Schutz bietet ein abschließbarer Fenstergriff.

Der Fenstergriff schafft eine hohe mechanische Sicherheit im abgeschlossenen Zustand und eine Basis-Sicherheit, wenn er nicht abgeschlossen ist. Die „Secustik®“-Technik erschwert ein unbefugtes Verschieben des Beschlages von außen. Foto: Hoppe
Der Fenstergriff schafft eine hohe mechanische Sicherheit im abgeschlossenen Zustand und eine Basis-Sicherheit, wenn er nicht abgeschlossen ist. Die „Secustik®“-Technik erschwert ein unbefugtes Verschieben des Beschlages von außen. Foto: Hoppe

Haus- und Nebentüren

Die „ThermoCarbon“-Haustür ist serienmäßig mit einem Neunfach-Sicherheitsschloss und aushebelsicheren Bändern ausgestattet. Das Modell wird bis zu einer widerstandsfähigen RC-4-Aus stattung ange - boten, für besonders einsame Gegenden. Foto: Hörmann
Die „ThermoCarbon“-Haustür ist serienmäßig mit einem Neunfach-Sicherheitsschloss und aushebelsicheren Bändern ausgestattet. Das Modell wird bis zu einer widerstandsfähigen RC-4-Ausstattung angeboten, für besonders einsame Gegenden. Foto: Hörmann

Die typischen Schwachstellen sind vielfach zu schwache Schließbleche, vorstehende Zylinder und abschraubbare Türschilder. Der Sicherheitsstandard einer Haustür sollte dem Einbruchversuch eines erfahrenen Einbrechers mit verschiedenem Werkzeug wenigstens fünf Minuten standhalten. Es gibt aber auch Haustüren, die selbst bei zehnminütiger Bearbeitung mit einer Bohrmaschine nicht nachgeben. Zur Basisausstattung jeder einbruchhemmenden Eingangstür gehören Sicherheitsschließbleche mit Mauerankern, Griffgarnituren mit Zylinderabdeckung, Profilzylinder mit Bohr- und Ziehschutz, Mehrfachverriegelung mit massiven Schwenkriegeln sowie Sicherheitsglas. Zusätzlich können ein Panzerriegelschloss, ein Tür-Zusatzschloss oder Scharnierseitensicherungen montiert werden. Voraussetzung ist eine ausreichende Stabilität der Türkonstruktion. Generell müssen die Haustür oder einzelne Sicherheitsteile nach der Anleitung des Herstellers fachgerecht eingebaut werden. Bestehen Sie auf die Aushändigung einer Montagebescheinigung.

Die „ThermoCarbon“-Haustür ist serienmäßig mit einem Neunfach-Sicherheitsschloss und aushebelsicheren Bändern ausgestattet. Das Modell wird bis zu einer widerstandsfähigen RC-4-Aus stattung ange - boten, für besonders einsame Gegenden. Foto: Hörmann
Die „ThermoCarbon“-Haustür ist serienmäßig mit einem Neunfach-Sicherheitsschloss und aushebelsicheren Bändern ausgestattet. Das Modell wird bis zu einer widerstandsfähigen RC-4-Ausstattung angeboten, für besonders einsame Gegenden. Foto: Hörmann

Alarmanlage

Unter Fachleuten gilt der konservative Grundsatz „Mechanik vor Elektrik“. Dennoch können die elektrischen Sicherungen sinnvolle Ergänzung der mechanischen sein. Zu einer Alarmanlage gehören Melder, die auf Öffnungen, Bewegungen, Erschütterungen oder Glasbruch reagieren. Kommunizieren die Melder drahtlos über Funk, ist die Montage besonders einfach. In der Regel kann die Zentrale direkt in der Wohnung bedient werden, aber das Aktivieren und Deaktivieren ist inzwischen auch häufig schon von unterwegs via Smartphone möglich. Die gesamte Kommunikation der Anlage muss natürlich verschlüsselt sein und modernen Sicherheitsstandards entsprechen. Verfügt die Alarmanlage über Innenkameras, können aufgenommene Alarmbilder (Snapshots) im Alarmfall per E-Mail an berechtigte Anwender versandt und in der Zentrale gespeichert werden. Damit kann anschließend die Arbeit der Polizei unterstützt werden. Über den Livestream kann beim Auslösen eines Alarms sofort überprüft werden, ob eventuell nur ein Haustier einen internen Bewegungsmelder ausgelöst hat oder ob sich tatsächlich eine unberechtigte Person im Haus aufhält. Intelligente Alarmanlagen können gleichzeitig auch eine Anwesenheitssimulation übernehmen. Die beste Sicherheitstechnik hilft allerdings nichts, wenn sie nicht korrekt eingebaut wurde.

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