Bodentiefe Fenster für einen Ausblick im XXL-Format.

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Panoramafenster von Rehau
Foto: Rehau

Großformatige und bodentiefe Fenster liegen im Trend. Sie stehen für zeitgemäßes Wohnen und Lebensqualität. Dank der ausgezeichneten Wärmedämmung sind Energieverluste kein Argument mehr, auf Glas zu verzichten.

Bodentiefe Fenster werden im Erdgeschoss wie auch in den oberen Stockwerken eingebaut. Es gibt sie als Festverglasung, Fenstertüren oder auch Schiebe- und Faltelemente. Sie bieten weitläufige Rundumblicke, wenn sie ums Hauseck gehen, und himmlische Aussichten, wenn sie in großflächiger Reihung im Schrägdach liegen. Und sie werden immer beliebter, denn viele Probleme vergangener Jahre existieren dank modifizierter Fenstertechnik nicht mehr. Zur attraktiven Optik kommt eine verbesserte Energiebilanz.

Bodentiefe Fenster für eine Rundum-Aussicht.
Foto: Solarlux

Energie im Plus

Moderne Fenster weisen im Vergleich zur Zeit um 1995 eine um gut 300 Prozent verbesserte Wärmedämmung auf. Die Profile sind dicker, die Rahmen sind dicht. Wo früher einfache Doppelscheiben die Kälte leidlich pufferten, sitzen heute eine Verglasung mit Beschichtung und Edelgasfüllung oder sogar eine Dreifachwärmedämmverglasung, die ein angenehmes Raumklima garantieren. Zuglufterscheinungen oder Eisblumen sind Schnee von gestern, vorausgesetzt, es handelt sich um Qualitätsprodukte, die mängel- und wärmebrückenfrei eingebaut wurden. Dann aber gilt: Wer alte Fenster austauscht, macht einen Quantensprung in Sachen Energieeffizienz und Komfort – und erhöht gleichzeitig die Lebensqualität. Es lohnt sich, kleine Fensterflächen im Rahmen einer Modernisierung zu vergrößern. Das Tageslicht, das satt und reichlich einfallen kann, ist eine Wohltat für Geist und Seele. Bereits eine Absenkung der Brüstung von früher üblichen rund 90 Zentimetern auf das heute gerne verwendete Maß von 50 Zentimetern bringt 50 Prozent mehr Licht. Das wirkt sich, wie Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) anmerkt, auch auf den Stromverbrauch positiv aus: „Umso mehr Fensterfläche ein Haus hat, desto länger können Lampen über den Tag hinweg ausgeschaltet bleiben.“ Noch wichtiger sind die Einsparungen an Heizenergie. In der kühlen Jahreszeit wärmt die Sonne nämlich nicht nur das Herz, sondern außerdem die Räume hinter den riesigen Scheiben: Dann kann die Heizung abschalten und das Budget profitiert vom passiven solaren Energiegewinn.

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Hebe-Schiebe-Türen öffnen den Raum großflächig nach außen, lautlos und kinderleicht, hier mit flacher Bodenschwelle. Foto: Kneer

Bodentiefe Fenster perfekt gerahmt

Bodentiefe Fenster sind auffallend groß, mit durchgängigen Flächen, die kaum bis gar nicht durch Verstrebungen oder Unterteilungen unterbrochen werden. Und sie erzielen eine ganz spezielle Wirkung, wenn sie sich über mehrere Geschosse, womöglich sogar übergangslos bis in die Dachflächen hinein erstrecken. Sie können überall dort eingesetzt werden, wo es die statischen Bedingungen der Hauswand erlauben, allerdings müssen Glas und Rahmenkonstruktion besonders stabil sein. Ein hohe Materialstabilität bieten Aluminium- wie auch Stahlfenster, in die Sicherheitsglas eingesetzt wird. Um die schlechte Wärmedämmung von Metall zu kompensieren, wird bei der Rahmenherstellung das Metall mit Holz oder Kunststoff kombiniert oder mit Hohlkammerdämmprofilen ausgestattet. Ein Sonderfall sind Fensterscheiben, die rahmenlos direkt in die Fassade integriert werden. Hier scheinen sich die Wände fast aufzulösen, verbunden mit einem unendlichen Gefühl von Freiheit.

Raumhohe Schiebetüren
Der Wohnraum ist durch raumhohe, öffenbare Systeme definiert. Die Schiebetüren erlauben eine variable Öffnung. Foto: Schüco

Schiebetüren

Grundsätzlich empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Architekten. Die Investitionen sind höher als für einen einfachen Fenstertausch, die Eingriffe in die Bausubstanz umfangreicher und die Gestaltungsspielräume größer. Umso wichtiger sind eine sorgfältige Planung und Ausführung. Wenn das Gesamtkonzept stimmt, profitieren Bewohner mit Weitblick von einer Wertsteigerung des Hauses. Neben Faktoren wie Sicherheit, Schutz und Funktionalität spielen individuelle Bedürfnisse eine wichtige Rolle fürs Wohlbefinden nach dem Umbau. Beliebt ist beispielsweise im Erdgeschoss der „transparente“ Übergang vom Wohnbereich in die Natur. Dabei werden meist Festverglasungen mit Flügel- oder Schiebetüren kombiniert. Schiebetüren brauchen keinen zusätzlichen Platz. Sie werden parallel zur Wand geführt und haben in geöffnetem Zustand den Charakter eines Durchgangs.

breite Loggia
Statt Dachfläche oder Gaube bietet sich eine breite Loggia an, deren Öffnung vollständig verglast und im Sommer komplett geöffnet werden kann. Foto: Velux

Noch komfortabler sind Hebe-Schiebe-Türen. Auch sie laufen parallel, haben jedoch eine ausgefeiltere Technik, die eine sichere, komfortable und kinderleichte Bedienung ermöglichen. Damit ist man dank ihrer Breite optimal vorbereitet, falls zu einem späteren Zeitpunkt Barrierefreiheit zum Thema werden sollte. Am besten ist eine schwellenlose Ausführung einschließlich adäquater Entwässerung der Terrasse. Im Fall des Falles kann so die Nachrüstung auf die Automatisierung der Tür für eine noch leichtere Bedienbarkeit beschränkt werden. Noch breitere Durchgänge ermöglichen Falt-Schiebe-Anlagen, bei denen bewegliche Türflügel in größerer Reihung einfach „eingeklappt“ und an die Wand geschoben werden. Auch in den oberen Stockwerken bestechen breite Fensterfronten, ganz gleich, ob davor ein Balkon oder eine Dachterrasse liegen oder die Fassade abfällt, ob sie bodentief ausgeführt sind oder eine niedrige Brüstung haben. Wenn eine Absturzsicherung vorhanden ist, spricht ebenfalls nichts gegen breite Schiebefenster oder -türen, die den Wohnraum dahinter im Sommer quasi in eine überdachte Terrasse verwandeln.

Mit besonders gedämmten Profilen und Dreifachverglasung.
Mit besonders gedämmten Profilen und Dreifachverglasung kann eine solche Glasfaltwand durchaus Passivhausstandard genügen. Foto:Solarlux

Sichtschutz nach Bedarf

So schön die ungehinderte Sicht nach draußen sein kann, so nervtötend sind vor allem im Erdgeschoss die Blicke neugieriger Nachbarn und Fußgänger. Wer es nicht mag, wenn das Familienleben quasi im öffentlichen Raum stattfindet, braucht entweder ein riesiges Grundstück oder einen geeigneten Sichtschutz. Die Alternative zu dichten Bepflanzungen sind technische Mittel wie elektrisch schaltbare Verglasungen, die auf Knopfdruck von klar auf matt wechseln oder geätzte beziehungsweise satinierte Glasoberflächen. Diese Lösung bietet sich für sehr private Räume wie Bäder an, da der Panoramaeffekt verloren geht. Im übrigen Wohnbereich fährt man mit flexiblen Systemen wie Vorhängen, Flächengardinen, Lamellensystemen und anderem mehr besser, die je nach Ausführung auch die Aufgaben des Sonnenschutzes übernehmen können. Im Sommer droht hinter Glasscheiben Hitzestau, der unter schrägen Dachfenstern besonders extrem werden kann, wenn keine Vorkehrungen getroffen werden. Innen liegende Rollos, Plissees oder Jalousien, die auch als zwischen den Scheiben liegendes System angeboten werden, sorgen für Blendfreiheit.

Glas-Faltwände
Glas-Faltwände bieten großflächige Öffnungskonzepte zur maximalen Raumöffnung. Eine Glas-Faltwand von fünf Metern Breite lässt sich mühelos auf ein 50 Zentimeter breites Flügelpaket zusammenfalten. Auch hier mit barrierefreiem Zugang in den Garten. Foto: Solarlux

Trotzdem ist die Wärmeentwicklung immer noch sehr stark, da die Sonnenstrahlen weiterhin auf die Scheiben treffen. Wirkungsvoller sind außen liegende Vorrichtungen, zu denen Markisen oder Rollläden gehören. Sie reduzieren den solaren Wärmeeintrag um bis zu 75 Prozent. Neben getönten Scheiben schaffen neue textile Materialien und Systeme den Spagat zwischen Sonnen- und Sichtschutz, ohne den Bewohner „einzusperren“. Die Hitze wird reduziert, ohne den Lichteinfall oder den Durchblick zu stören – allerdings nur für die Bewohner. Einblicke von außen scheitern am für Passanten undurchdringlich wirkenden Material. Die Automatisierung der Sonnenschutzsysteme mittels Sensortechnik erhöht den Komfort. Damit fährt beispielsweise die Markise rechtzeitig aus, sobald sich die Sonne zeigt, und fährt wieder zurück, bevor Sturm oder Regen Schaden anrichten können. Das beste Verschattungssystem nützt nichts, wenn es nicht adäquat bedient wird. Durch eine automatische Steuerung lässt sich dies dagegen bewerkstelligen, ohne dass die ständige Anwesenheit der Bewohner erforderlich ist.

Auflage Lüftungskonzept!

Sobald in einem Altbau mindestens ein Drittel der Fensterflächen ausgetauscht wird, muss ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erstellt werden. Dies soll verhindern, dass es aufgrund dichter Fenster zu Feuchte- und Schimmelschäden kommt. Bei der sogenannten Lüftung zum Feuchteschutz, der ersten von vier geforderten Lüftungsstufen, muss beispielsweise ein ausreichender Luftaustausch sichergestellt werden, der auch ohne Zutun des Benutzers, also ohne aktives Lüften funktioniert. Eine Möglichkeit, diese Grundlüftung zu erreichen, sind integrierte Fensterlüfter, die in den Fensterfalz eingebaut werden, dort wo Fensterrahmen und -flügel aufeinandertreffen. Obwohl Luft strömt, geht kaum Wärme verloren. Bei starkem Wind schließt sich der Fensterlüfter.

Achtung Sicherheit!

In den oberen Stockwerken ist Verbundsicherheitsglas vorgeschrieben. n Fenstertüren in oberen Stockwerken brauchen eine Absturzsicherung in Form von Brüstungsgittern oder einer – weniger auffälligen – Glasabsperrung. Bei niedrigen Brüstungshöhen unter 90 Zentimetern muss in oberen Stockwerken vor Fenstern, die sich öffnen lassen, ein Brüstungsstab als Absturzsicherung angebracht werden. n Als Einbruchschutz ist vor allem im Erdgeschoss eine erhöhte Widerstandsklasse bei den Fenstern und Terrassentüren unverzichtbar. Komponenten sind einbruchhemmende Verglasungen, stabile Fensterflügel und -rahmen, wiederstandsfähige Beschläge, Verriegelungen, Schlösser und Rollläden mit Hochschiebesicherung oder automatische Anlagen, die durch zeitgesteuerte Auf- und Abfahrbewegungen auch bei Abwesenheit Anwesenheit simulieren.

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