Ein Mansarddach-Altbau aus dem Jahr 1914 hatte bereits viel mitgemacht: Das Steildach wurde vor rund 40 Jahren bei einem Hagelsturm stark beschädigt, jedoch nur teilweise neu eingedeckt. Nach einem weiteren Hagelschlag wurden ebenfalls nur die beschädigten Stellen repariert. Die notdürftigen Flickereien und die alte, inzwischen schadhafte Dämmung legten eine umfangreiche Sanierung nahe. Bauherr Alexander Zill entschied sich für eine umweltfreundliche Holzfaserdämmung.

Der natürliche Dämmstoff wird aus frischem und unbehandeltem Nadelholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt, das überwiegend bei der Waldpflege anfällt. Zudem sind die Holzfaserdämmstoffe extrem langlebig und robust. Ein weiterer Pluspunkt war das wohngesunde Raumklima, das die natürliche Dämmung schafft. Da die Holzfaser über hervorragende feuchteregulierende Eigenschaften verfügt, lassen sich mit der energetischen Sanierung auch Schimmelprobleme, wie sie in dem Altbau auftraten, leichter in den Griff kriegen.

Nach der Sanierung erstrahlt das Mansarddach in neuem Glanz.
Nach der Sanierung erstrahlt das Mansarddach in neuem Glanz. Die bei der Sanierung verwendeten Biberschwanz-Ziegel bewahren nicht nur das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses, sondern verbinden auch eine Jahrhunderte alte Tondachziegeltradition mit moderner Technik: Durch ihre konvexe Krümmung sorgen sie für eine belüftete und schnell trocknende Dachfläche. Foto: VHD

Für Alexander Zill stand von Beginn an fest, einen Fachmann für die Verlegung der Holzfaserdämmung zu beauftragen. Die ausführende Zimmerei Holzbau B. Winkler aus Putzbrunn bei München empfahl eine Kombination aus Aufdach- und Zwischensparrendämmung. Diese Vorgehensweise erfüllt nicht nur höchste Anforderung, sie kann auch von außen durchgeführt werden. So konnte das Dachgeschoss während der Sanierung ohne größere Unannehmlichkeiten weiter bewohnt werden. Und die Familie Zill hatte innerhalb kürzester Zeit ein neues wohngesundes Zuhause.

Raus aus dem alten Mantel mit der Holzfaserdämmung

Als erstes wurde das Dach abgedeckt und bis auf die Innenbekleidung abgetragen. Die alte Dämmung aus Mineralwolle wurde mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen ausgebaut und vorschriftsgemäß entsorgt. Anschließend wurden die gedrungenen Altbausparren ertüchtigt, um sie für viele weitere Jahre fit zu machen.

Zwischensparrendämmung mit flexiblen Holzfaserplatten

Um den aktuellen Bauvorschriften gerecht zu werden, verlegte die Zimmerei als erstes eine Luftdichtungsbahn, die dafür sorgt, dass keine warme Luft aus dem Gebäudeinneren nach außen abtransportiert wird. Dann wurden die Gefache zwischen den Altbausparren vollständig mit flexibler Holzfaserdämmung ausgekleidet. Die Holzfaserdämmung ist diffusionsoffen. Sollte also einmal Feuchtigkeit unplanmäßig in die Dämmschicht eindringen, kann sie problemlos nach außen wieder abtrocknen. So trägt die Dämmung dazu bei, die Dachkonstruktion dauerhaft trocken zu halten und Feuchteschäden vorzubeugen.

Die Kombination aus Zwischensparren- und Aufdachdämmung erfüllt höchste Anforderungen.
Die Kombination aus Zwischensparren- und Aufdachdämmung erfüllt höchste Anforderungen und schützt gleichermaßen vor Hitze und Kälte. Foto: VHD

Aufdachdämmung mit stabilen Holzfaser-Unterdeckplatten

Als nächstes verlegten die Fachmänner stabile Holzfaser-Unterdeckplatten, die mit einem vierseitigen Nut- und Federsystem versehen sind. Sie ergänzen die Zwischensparrendämmung und ersetzen die alte Schalung. Gleichzeitig sorgen die stabilen Dämmplatten für einen zusätzlichen Witterungsschutz, denn sie sind wasserabweisend ausgerüstet. Auch bei beschädigten Dachziegeln oder Flugschnee ist damit gewährleistet, dass das Dach dauerhaft vor Regen und Nässe geschützt ist.

Um das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses beizubehalten wurden auf dem gesamten Dach wieder Biberschwanz-Ziegel verlegt.
Da die Holzfaserdämmung von außen durchgeführt werden konnte, war das Dachgeschoss weiterhin bewohnbar. Foto: VHD

Um das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses beizubehalten wurden auf dem gesamten Dach wieder Biberschwanz-Ziegel verlegt. Innerhalb kürzester Zeit war so ein neues Dach und ein komplett neues Wohngefühl entstanden. Wie die Experten bei dem Altbau genau vorgegangen sind und was man bei der Verlegung der Holzfaserdämmung beachten muss, erklärt Thomas Riedel von der Zimmerei in dem Video „Holzfaser Dachsanierung mit Zwischensparrendämmung“:

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Verband Holzfaser Dämmstoffe e.V.

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