Wie Sie einer alten Treppe einen frischen Auftritt verleihen.

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Geinsam mit dem Bauherrn und seinem Architekten erarbeiten die Treppenfachleute die optimale Treppenlösung für die neue Raumerschließung.
Geinsam mit dem Bauherrn und seinem Architekten erarbeiten die Treppenfachleute die optimale Treppenlösung für die neue Raumerschließung. Foto: Fuchs

Eine marode Treppe ist ein Schandfleck und ein Sicherheitsrisiko. Entweder sie wird Stufe um Stufe renoviert oder komplett durch eine neue Treppe ersetzt. Wir stellen beide Lösungen vor.

Ausgetretene Stufen, Stolperkanten, instabile Treppengeländer – neben der optischen Beeinträchtigung können alte Treppen vor allem zu einem Sicherheitsrisiko werden. Der Gefahr eines Sturzes sollte baldmöglichst durch die Renovierung oder Erneuerung aus dem Weg gegangen werden. Viele Hausbesitzer schieben die Maßnahme aber auf die lange Bank, da sie eine wochenlange Baustelle und entsprechenden Schmutz mitten im Haus fürchten – doch das muss nicht sein. Mit einer neuen Treppengestaltung kann das Wohnambiente wirkungsvoll verändert werden. Die meisten Hausbesitzer wünschen sich eine Umgestaltung passend zu ihrem Einrichtungsstil.

Treppe renovieren: Stufe auf Stufe

Bei vielen älteren Treppen sind die Stufen mit PVC beklebt, unter dem hässlichen Altbelag findet sich vielfach jedoch eine solide Treppenkonstruktion. Das gilt auch für mit Teppich überklebte Stufen, bei denen der Fachmann den intakten alten Kern wieder freilegt. Auch Stein- oder Betontreppen eignen sich für diese Renovierungsmaßnahme. Fachleute können eine alte Treppe maßgenau mit neuen Stufen aus Echtholz oder hochwertigem Laminat überbauen. Die Unterkante der alten Trittstufe wird komplett abgedeckt und das ohne Verlust an Auftrittsbreite auf der Stufe. Stabilisierungswinkel aus Aluminium sorgen dabei für optimale Trittsicherheit. Zusätzliche Sicherheit bieten Modelle mit einer strapazierfähigen Antirutschkante.

Während der Renovierung müssen die Bewohner keinesfalls befürchten, dass ihr Haus zur Baustelle wird, und auch die Treppe bleibt während der gesamten Arbeiten begehbar. Wände, Tapeten und Fußböden werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Durch hochwertige Oberflächen und eine perfekte Versiegelung wird die renovierte Treppe besonders pflegeleicht und optisch wieder ein Glanzstück.

Ruhiger und schöner

Gegen das unerwünschte Knarzen alter Holztreppen helfen am besten kleine Keile zwischen der senkrechten Setzstufe und der waagerechten Trittstufe. Ursache der Geräuschbildung ist nämlich meist ein Spalt zwischen diesen Teilen, der durchs Arbeiten des Holzes entstanden ist, den man beim Betreten zusammendrückt. Mithilfe von Klotz, Langholz und Hebelwirkung hebt man die Trittstufen zuerst um wenige Millimeter an und steckt dann die Keile dazwischen. Rein optische Fehler lassen sich an der Oberfläche behandeln. Geländer und Stufen werden behutsam gereinigt, wenn nötig geschliffen und neu lackiert. Ob eine Versiegelung mit Lack oder eine Behandlung mit Wachs und Öl vorzuziehen ist, hängt auch von der Art der Belastung der Stufen ab.

Austausch: Neue Ersatztreppe

Unter Umständen muss die Lösung auch lauten: die renovierungsbedürftige Treppe durch eine ganz neue zu ersetzen. Dabei gibt es Möglichkeiten, an nur einem Tag eine alte Treppe aus und die neue einzubauen, ohne dass Schmutz in alle Räume gelangt. Nach Meinung von Treppenherstellern ist ein Austausch im Vergleich zu einer Treppenrenovierung meistens deutlich günstiger. Es gibt einige Treppenbau-Firmen, die mit ihren erfahrenen Fachhandwerkern perfekte Austauschsysteme entwickelt haben. Hierbei wird zuerst der Treppenbereich mit einer Folie komplett abgegrenzt, so kann von den Umbaumaßnahmen kein Schmutz in angrenzende Räume gelangen. Dann wird die alte Treppe entfernt und sofort im Anschluss die nach Aufmaß gefertigte neue Treppe eingebaut. Die ausgetauschte Treppe ist innerhalb weniger Stunden begehbar. In jedem Fall sollten sich Hausbesitzer mit einem Treppenexperten vor Ort beraten. Es braucht einen Fachmann, der beurteilt, was zu tun und wie viel noch zu retten ist. Vereinbaren Sie möglichst einen Festpreis für die Maßnahme.

Bei Treppen geht Sicherheit vor

Die Gefahr ausgetretener Stufen betrifft nicht nur Holztreppen, sondern auch solche aus Naturstein oder Beton. Diese Abnutzungen sind mehr als ein optischer Mangel, da sie leicht zu Stürzen führen. Treppensteigen ist ein seit Kindertagen im menschlichen Gedächtnis festgelegter Bewegungsrhythmus. Mit jeder ersten Stufe einer Treppe speichert das Gehirn zum Beispiel die Höhe der Stufen ab. Ändern sich die Stufenhöhe oder die Auftrittstiefe beim Begehen, kommt man leicht aus dem Tritt und das Unfallrisiko steigt. Jährlich ereignen sich in Deutschland über 1.000 tödliche Unfälle durch Stolpern oder Stürze auf Treppen – viele davon vermeidbar.

Abschleifen & lackieren

Um die Holztreppe von der alten Versiegelung oder Farbe zu befreien, wird sie zunächst einmal abgeschliffen. Für einen sauberen und guten Schliff sorgt ein feinkörniges Schleifpapier. Die erste Lackschicht wird mit Pinsel und Lackrolle aufgebracht. Achten Sie auf Produkte mit dem Blauen Engel, wie den „Treppen Versiegelungslack“ von Clou. Immer in Richtung der Holzmaserung lackieren, dann trocknen lassen. Den Vorgang zwei Mal wiederholen. Wenn durch das Lackieren das Holz quillt und die Oberfläche sich wieder rau anfühlt, muss erneut geschliffen werden, ohne natürlich die ganze Lackschicht wieder abzutragen. Dann folgt die letzte Lackschicht.

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