Barrierefreies Wohnen verschafft die Lösung.

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Barrierefreies Wohnen im Fertighaus.
Foto: Schwörer

Dass sich in einem rollstuhlgängigen Fertighaus Eltern und Kinder gleichermaßen wohlfühlen können, zeigt Familie Allegri in ihrem architektonisch ­ambitionierten Neubau in der Schweiz. 

Familie Allegri bewohnte ein ­anspruchsvoll designtes Architektenhaus in reduzierter Formensprache und mit kühlen Materialien wie Beton und Glas. Doch dann war Alessia Allegri wegen einer Krankheit ganz plötzlich auf ein barrierefreies Wohnen ange­wiesen.

Damals stand die Familie vor dem Problem, dass ihr Eigenheim für einen Rollstuhl ungeeignet war, der Grundriss wies nicht die benö­tigten Freiflächen auf. Eine bauliche An­passung wäre zu teuer und nicht hundertprozentig zufriedenstellend gewesen. Es war also unumgänglich, möglichst schnell barrierefrei neu zu bauen.

Da kam wegen der äußerst kurzen Bauzeit nur ein Fertighaus infrage, stellte Sandro Allegri fest. Als Leiter eines Baustoffhandels kennt er sich mit der Materie aus. Der Zufall wollte es, dass das ­Grundstück zwischen dem Haus der Eltern von Sandro Allegri und dem seines Onkels noch frei war. Im ­Vergleich mit anderen Hausherstellern punktete SchwörerHaus vor allem mit Kunden­freundlichkeit und Flexi­bilität beim Bauablauf. So konnte das Bau­projekt nicht zuletzt dank der ­Unterstützung von Bauleiter Franz Müller, der für die Logistik zuständig war, in Rekordzeit realisiert werden.

Vom Carport gelangt man unter dem ausgedehnten Vordach direkt trockenen Fußes ins Fertighaus.
Praktisch gedacht: Vom Carport gelangt man unter dem ausgedehnten Vordach direkt trockenen Fußes ins Haus. Foto: Schwörer

Barrierefreies Wohnen

Der Schwerpunkt der Planungen lag auf der Barrierefreiheit. Darüber ­haben das Baupaar und die Architektin Saskia Mrazek viel nachgedacht. Für alle Familienmitglieder sollte eine möglichst gute Lösung mit praktischen Funktionsabläufen im Alltag gefunden werden. Bestes Beispiel dafür ist die Küche: Hier gibt es eine Arbeitsplatte in gängiger Höhe für den Hausherrn und eine niedrigere, mit dem Rollstuhl unterfahrbare für seine Frau. So können beide zusammen kochen und auch die Kinder miteinbezogen werden. Auch der Aufzug wird nicht nur von Alessia ­Allegri genutzt. Sohn Siro und ­Tochter Daria fahren ebenfalls gerne damit, können so den Puppenwagen und das Bobby-Car selbst von einem Stockwerk ins andere transportieren. SchwörerHaus hat den Aufzugsschacht eingeplant und realisiert, der Aufzug selbst wurde wegen der ­Nähe zum Servicedienstleister von ­einem Anbieter vor Ort eingebaut.

Vom Komfort in barrierearmen Wohnumfeldern profitieren Menschen mit Einschränkungen genauso wie Ältere oder kleine Kinder.
Vom Komfort in barrierearmen Wohnumfeldern profitieren Menschen mit Einschränkungen genauso wie Ältere oder kleine Kinder. Foto: Schwörer

Auf kurzen Wegen in jeden Raum

Klare Gliederungen und kurze Wege zeichnen den gesamten Grundriss aus. So kann Alessia Allegri schnell jeden Raum ansteuern und den Haushalt effektiv erledigen. Türen und Flur sind extra breit angelegt, ­alle Räume so bemessen, dass sie mit dem Rollstuhl befahrbar sind – auch das Gästebad im Erdgeschoss und die Speisekammer. Im Gästezimmer ­haben zwei Betten Platz, damit die Großeltern auch mal bequem mehrere Tage bleiben können.

Die zentral angelegte einläufige ­Treppe grenzt im Erdgeschoss den Essbereich vom Wohnbereich ab, im Obergeschoss die beiden gleich großen Kinderzimmer vom Kinderbad und dem Schlafraum der Eltern. Das angeschlossene Badezimmer ist mit schönen Möbeln aus der ­Design­schreinerei ausgestattet. Ein Fenster ­versorgt den kompletten Flur mit ­Tageslicht. Gefallen hat ­Alessia und Sandro ­Allegri das „Schöner Wohnen Haus“, dessen kubische Hausform ohne ­­Vor- und Rück­­sprünge nicht nur viel Wohnfläche auf wenig Grund erschließt, sondern auch Energie spart. Das Haus der ­Familie Allegri ist das erste im Tessin im Minergie-A-Standard. Das heißt, es produziert mehr Energie als die ­Bewohner für Heizung, Warmwasser und Haushalts­geräte benötigen.

Die bodentiefen Fenster sorgen hier für eine optimale Lichtausbeute.
Kein künstliches Licht kann den Charme von Tageslicht ersetzen: Die bodentiefen Fenster sorgen hier für eine optimale Lichtausbeute. Foto: Schwörer

Solarstrom vom Dach

Den geringen Heizbedarf deckt eine Fußbodenheizung mit Wärmepumpe, die auch das Warmwasser bereitstellt. Die kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt stets für ein ­angenehmes Raumklima und frische Luft ohne Wärmeverluste. Energie­gewinne generiert die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die ein Energiespeicher im Keller in abseh­barer Zeit noch effektiver machen soll.

Vom Carport gelangt man unter dem ausgedehnten Vordach direkt trockenen Fußes ins Fertighaus.
Praktisch gedacht: Vom Carport gelangt man unter dem ausgedehnten Vordach direkt trockenen Fußes ins Haus. Foto: Schwörer

Mit ­seiner anthrazitfarbenen Holzlamellenfassade, der weißen Teilputzfassade und dem schützenden Vordach über der Eingangstür in Signalrot, strahlt das Haus architek­tonischen Ehrgeiz und Geborgenheit gleichermaßen aus. Vom Carport ­gelangt man ­trockenen Fußes bis zur elektrisch ­­­bedienbaren Haustür.

Bauplan
Links: EG Rechts: OG Foto: Schwörer

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