Den Wärmekomfort genießen und zugleich sparen.

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Wärmekomfort genießen
Foto: Zukunft Erdgas

Bei kaum einer anderen Smart-Home-Anwendung dürfte der Nutzen so klar auf der Hand liegen wie beim intelligenten Heizungsmanagement. Denn das zahlt sich schnell durch eingesparte Heizenergie aus.

Da kann der moderne Heizkessel im Keller noch so effizient arbeiten – wenn die Wärme dort, wo sie ankommt, nicht ebenso effizient genutzt wird, verbraucht man mehr Energie als nötig. Die Ursache für die ganz alltägliche Verschwendung liegt in der allzu menschlichen Gedankenlosigkeit. Untersuchungen zufolge könnten Hausbewohner zwischen 20 und 30 Prozent ihrer Heizkosten einsparen, wenn sie dafür sorgen, dass sich die Wärmeerzeugung dem tatsächlichen Bedarf anpasst. Während in einem Raum wertvolle Heizwärme durch ein versehentlich offen gelassenes Fenster ins Freie entschwindet, sind andere mollig warm, obwohl sich stundenlang keiner in ihnen aufhält. Theoretisch könnte man die Heizkörper natürlich auch manuell regeln – doch wer handelt so konsequent? Immer wiederkehrende Vorgänge erledigt die Technik einfach verlässlicher.

Im Bad hat man es gerne früh am Morgen warm. Kein Problem, der Raumtemperaturregler im schicken Schalterdesign orientiert sich an den Tagesabläufen der Bewohner. Foto: Jung

Heizen – ganz nach meinem Bedarf

Die einfachste Lösung bedarfsgerecht zu heizen ist der Austausch der alten Heizkörperthermostate gegen programmierbare. Sie erlauben es, Heizprofile für jeden Raum separat und seiner Nutzung entsprechend einzustellen. So muss es im Bad nur morgens und abends schön warm sein, in den Zeiten dazwischen kann die Temperatur abgesenkt werden. Eine Absenkung der Raumtemperatur von nur einem Grad kann bereits rund sechs Prozent Heizenergie einsparen. Auch das Kinderzimmer braucht vormittags keine 21 Grad, wenn der Nachwuchs erst am Nachmittag aus der Schule kommt.

Digitale Heizkörperthermostat
Bei einem offen stehenden Fenster erhält der digitale Heizkörperthermostat vom Fensterkontakt die Meldung, den Heizwasserzufluss zu stoppen. So wird keine Energie verheizt. Foto: Devolo

Wer‘s komfortabler mag, wählt Funkthermostate, die drahtlos durch eine zentrale Bedieneinheit gesteuert werden, entweder einzeln oder in Temperaturzonen zusammengefasst. Je nach System ist die Steuerung mithilfe spezieller Apps auch von Ferne übers Smartphone oder ein Tablet möglich. Die gängigen Funksysteme bieten in der Regel mit einer „Fenster-offen“-Erkennung eine sinnvolle Zusatz-Komponente. Trifft kalte Luft auf den Regler oder signalisieren Sensoren an den Fenstergriffen, dass diese geöffnet sind, stoppt der Heizwasserzufluss für eine bestimmte Zeit. Zunehmend zeigen sich die smarten Regelungen sogar lernfähig. Manche Software hat nach kurzer Zeit heraus, wie schnell oder wie träge einzelne Räume auf die Heizungseinstellungen reagieren, sie kennen die Lebensrhythmen und Verbrauchsprofile der einzelnen Bewohner und stellen sich darauf ein.

In einem vernetzten Haus können auch automatisierte Rollläden beim Energiesparen helfen. Foto: Somfy

Intelligentes Miteinander

Der Clou eines erfolgreichen Energiemanagements aber ist die Einbeziehung aller technischen Komponenten, die Einfluss auf den Energieverbrauch haben. So können auch automatisch gesteuerte Rollläden beim Sparen helfen. Dämmerungssensoren sorgen dafür, dass die Behänge im Winter bei Einbruch der Dunkelheit herunterfahren, auch wenn noch niemand im Haus ist. Sie bilden so ein wärmedämmendes Luftpolster vor den Fenstern. Darüber hinaus ist eine Ausstattung mit Sonnensensoren sinnvoll. Diese messen Sonnenintensität und Raumtemperatur und vergleichen sie mit den eingestellten Soll-Werten. Ist im Winter die Raumtemperatur zu niedrig, wird die Sonnenschutzfunktion erst dann freigegeben, wenn das gewünschte Wärmeniveau durch einfallendes Sonnenlicht erreicht wird. So kann die Wintersonne zur kostenlosen Raumerwärmung genutzt werden.

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