Längst hat sich das Badezimmer von der Nasszelle zum Wohlfühlort gewandelt. Entsprechend steigen die Ansprüche. Aber auch auf wenigen Quadratmetern lässt sich gesunder Komfort unterbringen.

Rund acht Quadratmeter groß ist ein durchschnittliches deutsches Badezimmer. Da kann man keinen Walzer tanzen, aber durchaus einiges an komfortabler und zukunftsfähiger Badtechnik einbauen. Denn die spielt beim Neubau oder einer Sanierung immer eine Rolle, schließlich dauert es meist mehr als zwei Jahrzehnte, bis wieder eine Renovierung des Bades in Angriff genommen wird. Ganz oben auf der Liste der Badwünsche steht eine bodengleiche Dusche oder wenigstens eine niedrige Duschtasse. Denn nicht überall lässt sich eine völlig ebene Duschfläche einrichten. Wichtig ist eine gute Abdichtung unter den Fliesen. Ein entsprechender Sperranstrich und sauber verlegte Dichtbänder sind unabdingbar.

Komfort und Sicherheit

Ein weiterer Trend in der Badsanierung ist der Austausch der Badewanne gegen eine schöne große Dusche. Schon seit Jahren wird immer seltener gebadet und häufiger geduscht. Ist nur eine Wanne vorhanden, kraxelt man für jede Dusche über den hohen Wannenrand, Rutsch- und Sturzgefahr inklusive. Die Badewanne rausreißen und durch eine möglichst bodengleiche Dusche zu ersetzen hört sich einfach an, aus dem Wannentausch wird aber dann doch rasch eine Komplettsanierung. Probleme macht häufig der Wasserablauf, der bei einer Wanne höher liegt als bei einer Dusche. Wer trotzdem eine bodengleiche Dusche wünscht, kann auf einen Trick zurückgreifen, sprich ein etwa acht bis zehn Zentimeter hohes Podest in den Raum einziehen. Dort können dann die Dusche bodengleich eingebaut und darunter die Leitungen verlegt werden.

Die Alternative:
Der Estrich wird (teilweise) entfernt, die Rohrleitung angepasst und die Duschtasse samt Untergestell oder ein Fliesenträger aus Hartschaum auf der Rohdecke installiert. Wichtig ist hier ein guter Schallschutz. Achten sollte man auf die sogenannte Sperrwasserhöhe im Geruchsverschluss. Das Wasser muss nach Norm im Siphon mindestens 50 Millimeter hoch stehen, sonst kann es bei Austrocknen zu unangenehmen Geruchsbelästigungen aus der Kanalisation kommen.

Sauber und wassersparend

„Connect Blue“.
„Connect Blue“ bietet gesundes, nickel- und bleifreies Trinkwasser und reduziert gleichzeitig die Menge des Stagnationswassers in der Armatur entscheidend. Foto: Ideal Standard

Mehr Badvergnügen muss keinen höheren Wasserverbrauch nach sich ziehen. Dafür sorgen sparsame Armaturen. Das meiste Trinkwasser rauscht bei der Toilettenspülung durchs Rohr, etwa 40 Liter pro Person und Tag. Für Essen und Trinken sind es nur drei Liter. Moderne Spülkästen sparen bis zur Hälfte an Wasser gegenüber ihren Vorgängern. Modelle mit zwei Tasten fürs kleine und große Geschäft haben das meiste Potenzial. Nur drei beziehungsweise sechs Liter Wasser pro Spülung werden noch benötigt, vorausgesetzt die Toilette passt dazu. Duschköpfe und Waschtischarmaturen mischen dem Wasser Luft bei, so wirkt der Strahl trotzdem füllig. Die Latte liegt bei fünf bis sechs Liter pro Minute für Wasserhähne und bei sechs bis neun Liter für Duschköpfe. Damit kann man sich auch die ein oder andere Minute länger unter dem sprudelnden Nass gönnen. Die durch die europäische Trinkwasserrichtlinie gestiegenen Anforderungen an die Wasserqualität halten Armaturen ein, die zum Beispiel das Wasser nicht mehr wie bislang üblich durch den Armaturenkörper aus Messing, sondern durch ein integriertes Kunststoffrohr leiten. Dadurch sinkt die Belastung durch Nickel  und Blei, das im Messing enthalten ist. Zudem ist die Menge des sogenannten Stagnationswassers, also des in der Armatur stehenden Wassers, geringer. Der Wasserverbrauch sinkt und die gewünschte Temperatur wird schneller erreicht. Wer sich bei der Badsanierung aufwendige Stemmarbeiten für die neue Duscharmatur sparen will, kann ein Duschpaneel einsetzen. Es beinhaltet oft mehrere Duschköpfe und Regler und wird einfach vor die Wand geschraubt und an die bestehende Wasserleitung angeschlossen.

Fliesen als gute Grundlage

Bei den Belägen für Boden und Wand im Bad sind keramische Fliesen nach wie vor die Nummer Eins. Widerstandsfähig gegen Wasser und Feuchtigkeit, leicht zu reinigen und rutschfest sind sie in unendlich vielen Designs verfügbar. Der Trend geht zu großen Formaten mit schmalen Fugen. Das sieht gut aus und verringert die Verschmutzungsneigung in den Fugen. Spezielle Beschichtungen erleichtern die Reinigung zusätzlich. Keramik besitzt eine geschlossene, bei hohen Temperaturen gebrannte Oberfläche. Allergene Stoffe wie Milben und Hausstaub können sich nicht darauf entwickeln und einnisten.

Naturschonende und gesunde Bauweise bis zum Bad: Gerade an dem Ort, an dem wir entspannen und uns pflegen wollen, muss eine wohngesunde Umgebung geschaffen werden. Foto: Baufritz
Naturschonende und gesunde Bauweise bis zum Bad: Gerade an dem Ort, an dem wir entspannen und uns pflegen wollen, muss eine wohngesunde Umgebung geschaffen werden. Foto: Baufritz

Fliesen bieten keine lebensfreundliche Umgebung für Krankheitserreger und für Schimmelpilze wenig Chancen. Die Keramikbeläge selbst lösen keine Allergien aus und sind deshalb besonders für Allergiker geeignet. Hydraulische Fliesenkleber und Fugenmörtel sind emmissionsneutral und beeinflussen die Raumluft nach der Verarbeitung nicht. Sie sind lösungsmittelfrei und setzen keine flüchtigen organischen Verbindungen (sogenannte VOC) frei. In Nassbereichen ist die Rutschfestigkeit ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Im Bereich einer ebenerdigen Dusche sollten Fliesen der Gruppe C verlegt werden. In den nicht vom Spritzwasser betroffenen Bereichen sind Materialien gefragt, die Feuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben können. Das können Lehmputze oder Kalkputze sein, zweitere entziehen durch ihre hohe Alkalität auch gleich noch Schimmelpilzen ihre Wachstumsgrundlage.

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