Foto: Bettina Engel-Albustin

Wem es in der Diele noch an Möbeln fehlt, kann entweder in einen Möbelmarkt oder zum Schreiner gehen. Wer sich für eine individuelle Maßanfertigung für seinen Dielenschrank entscheidet, erhält sehr wahrscheinlich die überzeugendere Lösung. Schließlich sorgt in jeder Diele ein Schrank für Stauraum!

In Handarbeit und mithilfe moderner, zuweilen sogar computergesteuerter Maschinen verarbeitet der Tischler neben Holz auch Kunststoffe, Holz- und Mineralwerkstoffe, Glas, Metall und Stein. Foto: Chris Stock

Möbelschreiner für die Diele

Gleich vorneweg: Im Süden gehen Sie zum Schreiner, im Norden zum Tischler – zwei Namen für denselben Beruf. Viel wichtiger aber als seine Bezeichnung ist seine Spezialisierung: Für einen Schrank brauchen Sie einen Möbelschreiner, keinen für Fenster- oder Treppenbau.

Zum eigentlichen handwerklichen Können gehört auch die Beratungsleistung. Um eine überzeugende Lösung für die Diele zu finden, muss eine Besichtigung vor Ort stattfinden, denn jede Raumsituation stellt andere Anforderungen.

Rainer Söntgerath
Rainer Söntgerath, Vorsitzender des Fachverbandes Tischler NRW und selbst als Tischler tätig.

Die Diele ist anspruchsvoll

Kunden entscheiden sich immer dann für eine individuelle Auftragsarbeit, je höher ihre Anforderungen sind. Und die meisten Dielen stellen besondere Ansprüche, denen mit Standardlösungen nur bedingt beizukommen ist.

Bei Nischen beispielsweise sind durch deren Breite und Tiefe die Maße vorgegeben. Handelt es sich um einen sehr schmalen Flur, darf er durch die Möblierung nicht noch enger wirken. Neben einer edlen Optik liegt das Augenmerk aber auf den praktischen Aspekten: Möglichst viel Stauraum für Kleidung, Fahrradhelme, Schuhe, Taschen und mehr im Garderobenschrank zu schaffen. Das Entree prägt den ersten Eindruck.

Dem Können des Tischler ist es zu verdanken, dass die natürliche Schönheit, die Maserung, und der Charakter der unterschiedlichen Hölzer optimal zur Wirkung kommen. Foto: Bettina Engel-Albustin

Vielfalt für die Diele

„Bei Möbeln für die Diele ist der Anteil der von Schreinern gefertigten Objekten sehr groß,“ weiß Rainer Söntgerath, Tischler und Vorsitzender des Fachverbandes Tischler NRW. Denn, um unter allen Möglichkeiten die Beste herauszufinden, braucht es Fachwissen und Erfahrung.

Es gibt unendlich viele Varianten, was Größe und Gestaltung von Massivholzmöbeln angeht. Allein das Detail „Türen“ kann auf zig verschiedene Weisen ausgeführt werden. Oft werden für die Diele Schiebetüren mit Spiegeln gewählt.

Mit individuellen und maßangefertigten Lösungen schafft der Tischler auch in schwierigen Dielen- und Flurbereichen möglichst viel sinnvoll zu nutzenden Stauraum durch einen Garderobenschrank. Foto: Bettina Engel-Albustin

Die Diele im Neubau

Bei einem Neubau ist der Vorteil, dass die Nischen für die Garderobe von Anfang an vom Architekten eingeplant werden. Allerdings ist es keine Seltenheit, dass sich genau in solchen Nischen dann noch der Sicherungskasten für die Elektroinstallation oder der Verteilerkasten für die Fußbodenheizung befindet. In solchen Fällen greifen Schreiner gern zu einem Ständersystem, um den vorhandenen Platz optimal zu nutzen.

Ein Dielenschrank vom Tischler ist auf solide Qualität und Langlebigkeit ausgelegt. Foto: Bettina Engel-Albustin

Die Diele im Altbau

Bei der Renovierung stellen enge, vielleicht nur 1,30 Meter breite Flure, in die kein Schrank mit einer Standardtiefe von 60 cm passt, keine Ausnahme dar. Für diese Fälle eignen sich Möbelstücke mit abgestufter Tiefe, die ganz oder teilweise offen gehalten werden, und Garderoben, in denen die Kleiderbügel parallel zur Wand hängen.

„Wer schon länger unzufrieden ist mit der bestehender Situation und sich eine Veränderung wünscht, sucht nach der perfekten Lösung und hat dann auch sehr konkrete Vorstellungen von der Gestaltung und Dekoration“, weiß Fachmann Söntgerath.

In enger Abstimmung mit seinen Kunden entwirft, gestaltet und fertigt der Schreiner alles – vom Einbauschrank für die Diele über jedes andere gewünschte Möbelstück. Foto: Bettina Engel-Albustin

Gut genutzte Zeit

„Die meiste Zeit benötigt der Schreiner für die Beratung und der Kunde für die Entscheidung“, erklärt Rainer Sönthgerat. Das beginnt mit dem Termin vor Ort, denn die Möbel müssen auf den Millimeter passen. Dann muss der Kunde über die Vorschläge nachdenken. „Ich mache meinen Kunden immer eine Zeichnung, auch zum besseren Verständnis“, sagt Tischler Söntgerath.

Für die Fertigstellung eines Dielenschranks benötigt ein Handwerker dann rund drei Wochen. Allerdings sind Details wie Schiebetüren Zukaufartikel, das heißt. hier können Lieferzeiten anfallen. Der erfahrene Tischler klärt seine Kunden bereits in der Beratung auch über Liefertermine für den Garderobenschrank auf.

Mit individuellen und maßgeschneiderten Möbellösungen wie einem Dielenschrank tragen Tischler entscheidend zur Wohlfühlatmosphäre in den eigenen vier Wänden bei. Foto: Bettina Engel-Albustin

Gesamtkonzept der Diele

Möbel für die Diele werden immer im Kontext des gesamten Raums geplant. Dem Bodenbelag kommt besondere Bedeutung zu, es macht einen großen Unterschied, ob es sich um weiße Fliesen oder einen dunklen Holzboden handelt. Auch das hat Einfluss auf den Garderobenschrank.

Ebenso sind die Wandgestaltung, aber auch Lichtverhältnisse zu berücksichtigen. Schreiner, Raumausstatter und Maler arbeiten Hand in Hand. Der Schreiner mit seiner Expertise sorgt für den Gesamtüberblick.

Den richtigen Schreiner finden

„Keine Angst vor kleinen Betrieben“, sagt Rainer Söntgerath und rät zur Suche im regionalen Umfeld über die einschlägigen Medien. Immer mehr Schreiner zeigen ihr Können anhand von Referenzobjekten.

Im Schreiner- und Tischlerhandwerk ist der Meistertitel traditionell noch weit verbreitet. Eine Zugehörigkeit zur Innung allein ist noch kein Qualitätskriterium, allerdings zeichnen sich Innungsbetriebe durch regelmäßige Fortbildungen aus. Dielenmöbel vom Schreiner mögen nicht die günstigste Lösung sein, aber die individuellste und überzeugendste.

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