
Die Bezeichnung bezieht sich auf den tiefblauen Himmel in der Dämmerung. Eine ganz besondere Atmosphäre, wie sie nur die Natur zaubern kann. Doch mit der richtigen Farbe kann man ein Stück Natur einfangen und in seine Wohnräume bringen.
Pantone, eines der bekanntesten internationalen Farbsysteme, sieht in seinem „Fashion Color Report“ für den Herbst 2016 eine neue Welle von Farben. Modedesigner stürzen sich auf solche Aussagen, müssen sie doch ihrer Zeit bekanntlich ständig voraus sein. Und heute schon wissen, was wir morgen gerne anziehen. Doch auch im Bereich Wohnen wagt so mancher den Versuch, in die Zukunft zu schauen und vorherzusehen, was in einem halben Jahr oder Jahr angesagt sein könnte.

Stimmungsvoll
Die Menschen suchen schon seit Längerem nach stabilen Ankern in einer zunehmend unübersichtlich erscheinenden Welt. Gerade die Wohnumgebung sollte als Gegenpol zum Alltagsstress dienen und den Menschen Erholung und Ruhe bieten. Der Einfluss von Farben auf die Stimmung der Bewohner ist unbestritten. Je nach der gewünschten Wirkung wird eine Wahl getroffen.

Trend für den Herbst: Die Farbe Blau
Blautöne: Geht man nach der Statistik, ist Blau übrigens schon immer die Lieblingsfarbe der Deutschen gewesen, nun soll sie auch wieder in der Wohnung stärker in Erscheinung treten. Das menschliche Auge empfindet Blau laut Farbpsychologen als Symbol des Gleichgewichts. Der alles überspannende blaue Himmel sorge für ein Gefühl der Beständigkeit. Wie bei vielen schönen Dingen kommt es aber auch bei Wandfarben auf die „Dosierung“ an. Wenn eine oder zwei Wände eines Raumes in kräftigem Blau erscheinen, sollten die anderen Flächen sich zurücknehmen.

zwischen Dämmerung und Nachthimmel. Foto: Dulux
Erdtöne: Sie sind dem Trend „Zurück zur Natur“ geschuldet. Mit natürlichen Farben und Materialien wird der schrillen, technisierten Welt zu Hause ein Kontrapunkt gesetzt. Holz und Naturstein lassen sich gut mit Braun- und Beigetönen in sämtlichen Schattierungen kombinieren. Rosa: Eine Farbe nicht nur für Mädchen! Rosa in vielerlei Ausprägungen sehen wir schon länger, aktuell wird im Vergleich zu den Frühjahrs-Pinktönen die Farbgebung nun aber einen Hauch staubiger. Insgesamt bringen rosafarbene Wände mehr Wärme und Wohlgefühl in einen Raum. Gelb: „Spicy Mustard“ ist nicht nur was zum Essen, denn die Senftöne unterschiedlichster Schattierungen sind in der Farbwelt immer noch überaus trendy. So kommt etwas Exotik in die Räume, ein Hauch von Frische, eine freche Note.

Mit Konzept
Wie können meine Räume durch Farbe optimal wirken, welche Farben gefallen mir persönlich, welche Kombinationen passen wirklich zueinander? Die Unsicherheit führt oft zur Resignation – und zu weißen Wänden im neuen Zuhause, die dann aber auf Dauer langweilig werden. Geschmack und vage Ideen reichen eben nicht aus. Ein Konzept muss her. Neben den Aspekten der Farbpsychologie gibt es Grundsätzliches zu beachten. Gesättigte, kräftige Farben empfehlen sich eher zur Akzentuierung einzelner Wandabschnitte, Nischen oder Säulen, während zartere Abtönungen allen vier Wänden gut zu Gesicht stehen können. Grundsätzlich gilt: Helle Farben vergrößern, dunkle und warme Töne verkleinern den Raum optisch. Vorsicht vor dem Farbenrausch, denn mehr als drei verschiedene Kontrasttöne können schnell zu Unruhe führen. Die einfachste und auch besonders harmonische Art, farbig zu wohnen, ist die Orientierung an einem monochromen Schema. Monochrome Farbschemata verwenden nur eine einzige Farbe, aber in verschiedenen Abtönungen.

Oberflächengestaltungen sollte man den Fachmann beauftragen. Foto: Dulux
Mit einer Einrichtung Ton-in-Ton verleihen Sie den Räumen ein sauberes, elegantes Aussehen. Eine andere Möglichkeit ist ein analoges Farbschema, das auf zwei, drei Töne setzt, die auf dem Farbkreis nahe beieinander liegen. Gemeint sind zum Beispiel Kombinationen aus Gelb, Orange und Rot oder Blau, Grün und Türkis. Das erzeugt eine frische, intensive Wirkung, die sich gut für Wohn- und Esszimmer oder Küche eignet. Am besten werden nur warme Farben oder nur kalte Farben kombiniert.

Am schwierigsten umzusetzen ist das komplementäre Farbschema. Dabei handelt es sich um ergänzende Farben, die sich auf dem Farbkreis gegenüberliegen, wie Rot und Grün, Blau und Orange, Gelb und Violett. Allerdings sollten die Farben an den Wänden nicht direkt nebeneinander verwendet werden. Eine Farbe sollte Priorität genießen, die andere deutlich untergeordnet eingesetzt werden, so entsteht ein harmonisches Spiel mit Gegensätzen. Eine solche Raumgestaltung wirkt durch den Kontrast nicht so ruhig und harmonisch wie die beiden anderen Farbschemata. Aber gekonnt umgesetzt, können Sie hiermit Ihren sehr individuellen Stil unterstreichen.

Stucco Eleganza“ diesen zarten Schimmer verleihen. Foto: Caparol