Für Entspannung und innere Balance sorgt der Farbton "Quellblau" aus der Naturell-Serie. Foto: Schöner Wohnen Farbe

Ein Kinderzimmer sollte man so gestalten, dass sich die Kleinen wohlfühlen. Dabei spielen nicht nur schöne Motive an den Wänden eine Rolle, sondern in erster Linie wohngesunde Materialien. Derzeit im Trend sind Korkböden.

Filigrane Blumen für das Mädchenzimmer, Ritterburgen oder Drachen für das Refugium der Jungs: Manche Motive bleiben auch in der heutigen Zeit klischeehaft einem bestimmten Geschlecht zugeordnet. Dass es deshalb allerdings nicht langweilig zugehen muss im Kinderzimmer, zeigt die unterschiedliche Aufbereitung der althergebrachten Themen.

Mit viel Liebe zum Detail, manchmal in knallig bunten, immer öfter aber in ruhigen und gedeckten Tönen, verzaubert eine fantasievolle Wandgestaltung kleine und große Bewohner.

Schadstofffreies Kinderzimmer mit Korkboden
Ein Kinderzimmer kann mit Wandfarben und bestimmten Bodenbelägen schadstofffrei und dennoch kreativ gestaltet werden. Foto: APCOR/kork.de

Tapeten im schadstofffreien Kinderzimmer

Wer sich um das Wohl seiner Kinder sorgt, nimmt die einzelnen Komponenten der Wandbeläge genauer unter die Lupe. Bei synthetischen Tapeten oder Vinyltapeten, die PVC oder Weichmacher enthalten, ist das Risiko einer Schadstoffbelastung deutlich höher und auch der Feuchtigkeitsaustausch mit der Wand nicht gewährleistet.

Am wenigsten Schadstoffe enthalten Papiertapeten, deren Grundlage Holzfasern, Zellulose, Naturpapier und Altpapier bilden. Damit sie in nassem Zustand nicht reißen, werden manchmal allerdings formaldehydhaltige Substanzen hinzugefügt, die im Verdacht stehen, allergische Reaktionen, Konzentrationsstörungen und Atemwegsprobleme hervorzurufen.

Guten Gewissens im Kinderzimmer anbringen kann man Einschicht-Raufasertapeten mit Kolophonium als Bindemittel. Unbehandelte pflanzliche Naturtapeten haben nicht nur einen positiven Einfluss aufs Raumklima, sondern können auch problemlos recycelt werden.

Tapete mit Wald- und Tiermotiven
Welch einzigartige Stimmung man mithilfe einer Tapete ins Kinderzimmer zaubern kann, demonstriert eindrucksvoll das Motiv „Mural“ von Andrea Haase. Foto: wallsauce.com

Naturfarben für gesundes Wohnen

Für den Einsatz im Kinderzimmer bieten sich Naturfarben an, wie zum Beispiel Silikatfarben. Wenn Sie auf ein gesundes Wohnumfeld Wert legen, sollten Sie eine Reinsilikatfarbe verwenden, da Dispersionssilikatfarben neben Kunststoffen auch Lösemittel und Konservierungsstoffe enthalten können.

Eine gesunde Alternative stellt Naturdispersionsfarbe dar, bei der das Kunstharz durch natürliche Lein- oder Rizinusöle ersetzt wird und das Titandioxid durch mineralische Pigmente. Sie ist jedoch relativ teuer.

Kalkfarbe hingegen ist kostengünstiger und noch dazu feuchtigkeitsbeständig sowie antibakteriell. Hauptsächlich besteht sie aus gelöschtem Kalk und kann ohne chemische Zusätze auf die Wand aufgebracht werden. Ökologisch unbedenklich ist auch Leimfarbe. Sie ist umweltfreundlich in der Herstellung sowie in der Verarbeitung, hat eine hohe Deckkraft und ist preiswert.

Besonders verträglich für die Gesundheit und Umwelt ist Kaseinfarbe. Kasein ist ein Milcheiweiß, das als natürliches Bindemittel eingesetzt wird. Die Farbe ist diffusionsoffen und punktet mit hoher Deckkraft. Erste Wahl in Sachen Ökologie und Wohngesundheit ist aber Lehmfarbe, denn sie ist:

  • atmungsaktiv
  • feuchtigkeitsregulierend
  • absorbiert unangenehme Gerüche
Damit die Kleinen sich rundum wohl fühlen: Wohngesundes Ambiente im Kinderzimmer. Foto: Lilipinso

Putz als Alternative

Eine weitere Option fürs Kinderzimmer ist Putz. Gipsputz, ein mineralischer Mörtel aus Baugipsen, Sand, Wasser und weiteren Zuschlagstoffen, ist schimmelresistent und kann in größeren Mengen Wasserdampf aufnehmen und bei Bedarf wieder an die Raumluft abgeben. Er trägt so zu einer natürlichen Regulierung der Luftfeuchtigkeit bei, was für die Gesundheit der Kinder zuträglich ist.

Noch bessere Diffusionseigenschaften haben kalk- und kalkzementgebundene Innenputze. Gipskalkputz vereint die Vorteile beider Materialien in sich, hat aber durch den Kalkzusatz ätzende Wirkung und muss mit Schutzausrüstung verarbeitet werden. Am besten in Hinblick auf Raumklima und Ökologie ist der Lehmputz. Dieser kann um ein Vielfaches mehr an Wasser aufnehmen als Gipsputz und speichert noch dazu hervorragend Wärme.

Kinderbett auf Korkboden
Kork ist ein reines Naturprodukt und für Kinderzimmer daher bestens geeignet. Foto: Nursery HD

Nachhaltig und ökologisch: Korkboden

Ein reines Naturprodukt und daher bestens fürs schadstofffreie Kinderzimmer geeignet ist der Korkboden. Zu seiner Herstellung wird die Rinde der in den Mittelmeerländern heimischen Korkeichen geschält, geschrotet und unter Hitzeeinwirkung gepresst. Bei der Verarbeitung dienen die im Kork enthaltenen Harze als natürlicher Kleber. Gelegentlich fügen Hersteller Kunstharz hinzu.

Arbeiter auf Korkeiche entfernt Rinde
Die Gewinnung der Rinde der Korkeiche ist nachhaltig und für den Baum unbedenklich. Foto: kork.de

Deshalb ist Kork so nachhaltig:

  • reines Naturprodukt
  • nachwachsender Rohstoff, der 100 Prozent verwertet wird
  • Ernte fügt den Bäumen keinen Schaden zu
  • Bäumen binden auch nach Ernte Kohlendioxid

Üblicherweise wird der nachwachsende Rohstoff auf einen HDF-Träger aufgebracht. Seit einigen Jahren gibt es aber auch Korkböden, deren komplette Planke inklusive Trägermaterial, Gegenzug und Klickverbindung aus Kork gefertigt wird. Das steigert den ohnehin hohen Gehkomfort, Wärme- und Trittschalldämmung sowie die Raumluftqualität.

Da ein Korkboden extrem belastbar und außerdem pflegeleicht ist, bietet sich die Verlegung im Kinderzimmer als ökologische und wohngesunde Option an. Haben die Kinder einmal Spuren hinterlassen, reicht nebelfeuchtes Wischen aus, um diese zu beseitigen.

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