Die Art und Qualität der Beleuchtung entscheidet maßgeblich übers Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden. Bei der Lichtplanung sollte man auf die Positionierung der Lichtquellen, auf Beleuchtungsstärken und Lichtfarben achten.

LEDs sind Effizienzwunder, verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als Glühbirnen. Was manche Billig-LEDs allerdings liefern, ist das Gegenteil von Wohlfühllicht: sie flackern, flimmern, verursachen Kopfschmerzen oder Schlimmeres.

Es kann aber noch mehr bei der Einrichtung der Beleuchtung schiefgehen.

  • Zu schwaches Licht führt zur Überanstrengung der Augen und schlägt auf die Stimmung, zu starkes blendet.
  • Zuviel direktes Licht sorgt für Schattenbildung, die gleichfalls die Augen irritiert.

Den Fachleuten, den Lichtplanern, passiert so etwas in der Regel nicht.

Raum mit kreativer Lichtgestaltung
Durch eine optimale Lichtgestaltung lassen sich Räume kreativ in Szene setzen. Foto: Dedon

Grund- und Punktlicht

Die Profis unterscheiden zwischen der Allgemein- oder Grundbeleuchtung eines Raumes und der Zonenbeleuchtung. Die Grundbeleuchtung, am besten dimmbar, kann anstatt von einer zentralen Deckenleuchte vom Deckenfluter oder von Lichtbändern kommen, die indirektes, diffuses, schattenfreies Licht spenden.

Es muss dabei nicht überall im Haus gleich hell sein. In Wohnzimmer und Flur reicht moderates Grundlicht, kombiniert mit dem Punktlicht etwa einer Stand-Leuchte in der Leseecke.

In Bad und Küche ist mehr gefordert, erst recht dort, wo mit Messern, Pfannen und Töpfen hantiert wird. Strahler kommen hier in Frage oder flächige Unterbauleuchten, unter den Hängeschränken. Auf dem Schreibtisch des Homeoffice oder dem im Kinderzimmer, an dem die Hausaufgaben gemacht werden (sollten), muss ebenfalls gutes Punktlicht verfügbar sein.

Lichtsteckdosen mit dimmbaren Licht
Dimmbare LED-Strahler können direkt an die Steckdose angeschlossen werden. Foto: jung.de

Die Einheit für die Leuchtkraft einer Lampe, für den Lichtstrom, heißt Lumen (lm). Um die jeweils erforderliche Leistung berechnen zu können, geht man von einem spezifischen Richtwert an Lumen pro Quadratmeter aus: In Bad und Küche sollten es bis zu 300 lm/m2 sein, in Wohnzimmer, Schlaf- und Kinderzimmer circa 150 lm/m2. Nun braucht man nur noch diesen Wert mit der Raumgröße zu multiplizieren und weiß ungefähr, wie viel Leuchtkraft man einkaufen muss.


Farbtemperatur

Farbtemperatur wird in Kelvin (K) gemessen: Je höher der Wert ist, desto kälter wird das Licht bzw. desto höher ist der Blauanteil. Warmweißes Licht liegt bei 2.700 K bis 3.300 K. Sonnenlicht weist zur Mittagszeit einen Wert von 5.500 K auf.

Farbtemperatur von 2700 bis 4000 Kelvin
Die LED-Retrofits können Farbtemperaturen stufenlos von 2.200 bis 6.500 Kelvin erzeugen. Foto: Dedon

Da blaues Licht dem Körper das Signal gibt es wäre Tag, sollte man sich in den Abendstunden eher mit warmem Licht umgeben. Vor allem Bildschirme von Smartphones, Tablets und Computern geben blaues Licht ab. Der Nachtmodus dieser Geräte hilft den Blauanteil zu minimieren und den Schlaf zu verbessern.


Welche Lichtfarbe ist gut?

Sichtbares Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen verschiedener Wellenlängen, von circa 380 bis circa 780 Nanometer, vom violetten zum roten Ende des Spektrums. Im menschlichen Auge gibt es Rezeptoren, die auf Licht im blauen Bereich reagieren, im Frequenzbereich um die 490 Nanometer, und zwar indem sie die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin unterdrücken. Man wird wach, leistungs- und aufnahmefähig.

Es ist das vitalisierende, belebende Licht der Morgen- und Vormittagsstunden, das jedoch als kalt empfunden werden kann, daher auch als „kaltweiß“ anstatt als „tageslichtweiß“ bezeichnet wird. Dennoch kann es therapeutisch eingesetzt werden, gegen die Winterdepression.

Dagegen führt das warme bzw. warmweiße Licht der höheren Wellenlängen, mit hohem Rotanteil, das Licht der Spätnachmittags- und Abendstunden, zur verstärkten Ausschüttung von Melatonin. Es lässt uns zur Ruhe kommen, Konzentrationsfähigkeit ebenso wie Anspannung lassen nach.

Übrigens: Da kälteres Licht als intensiver wahrgenommen wird als das warme, kann man bei eher kaltweißen Leuchtmitteln ruhig niedrigere Lumenzahlen wählen.

Sonniger Tag dank Lichtplanung

Smarte Lichtsteuerung kann zur Anwesenheitssimulation dienen, um Einbrecher abzuschrecken, dazu zum Energiesparen. Mit Lampen, die ihre Lichtfarbe bzw. Farbtemperatur ändern können, von Tageslichtweiß über Neutralweiß zu Warmweiß, kann man darüber hinaus über die Beleuchtung gezielt die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit steigern. Oder einfach nur an trüben Tagen die Laune heben. Will man dagegen Entspannung finden, lässt man es warmweiß strahlen.

Außenbereich wenig beleuchten

Die Versuchung ist groß, die energieeffizienten LEDs selbst dort einzusetzen, wo es früher dunkel geblieben wäre, im Außenbereich etwa, an der Hausfassade oder im Garten. Das erhöht bei Dauerbetrieb dann doch den Stromverbrauch.

Terrasse am Wasser mit dezenter Außenbeleuchtung
Um Insekten und andere Tiere nicht zu verwirren, sollte die Außenbeleuchtung dezent ausfallen. Foto: Dedon

Und es schadet der Natur, in erster Linie den nachtaktiven Insekten, die ja eine wichtige Funktion haben: Sie bestäuben Blüten und sind Nahrung für andere nachtaktive Tiere, für Vögel, Fledermäuse oder Igel zum Beispiel. Für sie alle ist das Licht von Mond und Sternen Wohlfühllicht genug. Daher sollte die Beleuchtung im Außenbereich sparsam eingesetzt werden.

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